Maschinenbau: Handelsbarrieren würden Wohlstand schaden

Sorgen bereiten der exportorientierten Branche protektionistische Tendenzen und der Brexit sowie die schwachen Internetverbindungen in vielen Regionen Deutschlands.

Deutschlands Maschinenbauer fordern von der künftigen Bundesregierung ein starkes Engagement für den Freihandel. In der neuen Legislaturperiode gehe es darum, noch stärker für offene Märkte zu kämpfen, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Carl Martin Welcker auf dem Maschinenbau-Gipfel in Berlin. „Der Maschinenbau und die gesamte deutsche Industrie lebt von ihrer Weltoffenheit – jede Kehrtwende hier würde unserer Gesellschaft und unserem Wohlstand schaden.“

Sorgen bereiten der exportorientierten Branche unter anderem der Brexit, protektionistische Tendenzen in den USA unter Präsident Donald Trump und verschärfte Russland-Sanktionen. „Es ist schon bemerkenswert, dass unsere Industrie all diesen Wirren trotzt und sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr ein reales Produktionsplus von 3 Prozent erreichen will“, sagte Welcker. Die Branche profitiert derzeit von steigender Nachfrage dank der anziehenden Weltkonjunktur.

Welcker forderte mehr Investitionen insbesondere in die digitale Infrastruktur, stärkere Anreize für Forschung und Entwicklung sowie eine größere Flexibilität am Arbeitsmarkt. Zugleich warnte der VDMA-Chef, in der Debatte um Klimawandel, Energiewende und Elektromobilität einzelne Technologien zu bevorzugen. „Viele Antriebstechnologien sind auf absehbare Zeit batteriegetrieben noch nicht wirtschaftlich darstellbar. Deshalb müssen wir auch weiterhin an der Verbesserung des Verbrennungsmotors arbeiten, statt ihn verbieten zu wollen.“

Maschinenbauer fordern Milliarden-Investitionen ins Datennetz
Auch die schwachen Internetverbindungen in vielen Regionen Deutschlands bereiten den Maschinenbauern zunehmend Sorge. Der rasche Aufbau eines flächendeckenden Glasfaserkabelnetzes für die schnelle Datenübertragung auch im ländlichen Raum sei von strategischer Bedeutung, betonte Welcker. „Die neue Regierung sollte dafür in der kommenden Legislaturperiode 40 Milliarden Euro in die Haushaltsplanung einstellen.“ Gerade die mittelständischen Betriebe, die häufig nicht in Ballungszentren angesiedelt seien, bräuchten dringend eine wesentlich bessere Unterstützung von Kommunen und großen Anbietern wie der Deutschen Telekom.

Die großen Datenvolumen werden von den Maschinenbauern wie auch von der Industrie insgesamt im Zuge der Digitalisierung immer stärker benötigt. Im Maschinenbau ist dies etwa der Fall, wenn einzelne Anlagen für die Produktion Informationen austauschen oder aus der Ferne gewartet werden.

 

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