Deutsche Exporteure wegen starker Eurozone zuversichtlich

Alle Branchen der Industrie gehen im Schnitt von steigenden Exporten aus.

Die deutsche Industrie rechnet mit steigenden Exporten und setzt dabei auf die anziehende Konjunktur in den anderen Euro-Staaten. Das Barometer der Ifo-Exporterwartungen stieg im Oktober um zwei auf 20,9 Saldenpunkte und damit auf den höchsten Wert seit Februar 2011, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zur monatlichen Umfrage unter 2700 Firmen mitteilte. „Wichtigster Treiber dieser Entwicklung ist der Aufschwung in der Eurozone“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Alle Branchen der Industrie gingen im Schnitt von steigenden Exporten aus. Der deutliche Aufschwung im Auslandsgeschäft bei den Unternehmen aus der Metallbranche gehe weiter. Auch die Textil- und Bekleidungsbranche berichte von besseren Exportaussichten. „Nach zuletzt zurückhaltenden Aussichten sind die Autohersteller ebenfalls wieder etwas optimistischer mit Blick auf die kommenden Monate“, sagte Fuest.

Der Ifo-Index für die gewerbliche Wirtschaft – Industrie, Bau, Groß- und Einzelhandel – erreichte im Oktober einen Rekordwert. Das wichtigste Barometer für die deutsche Konjunktur kletterte um 1,4 Punkte auf 116,7 Zähler.

Bankvolkswirte wurden vom neuen Rekordhoch überrascht. Sie hatten einen Rückgang auf 115,1 Punkte prognostiziert. Sowohl die Erwartung für das kommende halbe Jahr als auch die Bewertung der aktuellen Lage stiegen laut Ifo-Institut jeweils deutlich an.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, sieht einen Grund für den starken Aufschwung in der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Seiner Einschätzung nach kann die Geldflut die deutsche Wirtschaft „noch ein paar Jahre lang anschieben“.

 

 

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