Amerikaner entwickeln „Kryptowährung für tausend Jahre“

Bloq hat völlig neuartigen Einsatz von Blockchain konzipiert / Entwurf eines autonomen Kryptowährungssystems

Kryptowährungen nutzen die Blockchain-Technologie. (Foto: dpa)

Kryptowährungen nutzen die Blockchain-Technologie. (Foto: dpa)

Das Unternehmen Bloq von Jeff Garzik hat eine neuartige digitale Währung mit dem Namen Metronome (MTN) entwickelt. Diese „weltweit erste Blockchain-übergreifende Kryptowährung“ werde voraussichtlich Anfang Dezember starten, heißt es in einer Pressemeldung.

Demnach können die Nutzer bei Metronome die Blockchain auswählen, „die ihren Ansprüchen an Steuerungsstrukturen und Sicherheit am besten genügt“. Alle anderen Kryptowährungen sind an ihre eigene Blockchain gebunden. Es bringe aber Risiken mit sich, auf „nur eine Eisenbahnlinie“ zu setzen, heißt es auf der Webseite von Metronome.
Metronome kann mehrere verschiedene Blockchains nutzen, darunter etwa auch jene von Ethereum. Dadurch schützt sich die neue Kryptowährung gegen die individuellen Probleme der anderen Kryptowährungen und ihrer Blockchains.

Hinter dem Projekt steht der Amerikaner Jeff Garzik. Er gehört zu den ersten Entwicklern der Software für das Bitcoin-Netzwerk. Doch seit Anfang dieses Jahres arbeitet der Mitgründer und CEO von Bloq an Metronome.

„Bei Metronome haben wir das Ziel verfolgt, ein autonomes Kryptowährungssystem zu entwerfen, das höchst widerstandsfähig gegen Fehler in den Steuerungsstrukturen ist und das über Generationen andauern soll“, so Jeff Garzik. „Wir haben eine Kryptowährung für tausend Jahre entwickelt“, sagte auch Mitgründer Matthew Roszak zu Bloomberg.

Nach Ansicht der Urheber bringt Metronome die Lösung für das Problem, dass die bisherigen Kryptowährungen durch internen Streit in Probleme geraten können. Interne Streitigkeiten wie zuletzt etwa bei Bitcoin um verschiedene mögliche Wege, wie man eine höhere Skalierbarkeit des Netzwerks erreichen sollte, würden Investoren abschrecken.
Daher können die MTN-Token auf verschiedenen Blockchains gesendet werden, wie es der Nutzer wünscht. „Man kann es auf Ethereum, Ethereum Classic und Quantum laufen lassen“, zitiert CoinDesk Jeff Garzik. Man sei nicht an eine einzige Blockchain gebunden und könne Metronome-Kontrakte auf allen EVM-kompatiblen Blockchains laufen lassen.
Das Ziel von Metronome besteht also keineswegs darin, die schon existierenden Blockchains zu ersetzen. Vielmehr soll der neue Token auf der Stärke der schon existierenden Blockchains aufbauen und diese für neue Zielgruppen bereitstellen, die mehr Verlässlichkeit im Hinblick auf Werterhalt und als Grundlage für dezentrale Anwendungen wollen.

Metronome wirbt vor allem damit, dass selbst die Gründer nach dem Start des Tokens keinerlei Kontrolle mehr über ihn haben werden. Dadurch sei der Token resistent „gegen die Marotten von Individuen oder Uneinigkeit innerhalb der Community“.

Diese Abwesenheit jedweder Kontrolle ist möglich, weil Metronome lediglich aus vier Arten von Smart-Contracts besteht. Diese regeln die Verteilung neuer Tokens, die Regulierung von Menge und Liquidität sowie Transaktionen zwischen Konten.

Der MTN-Token startet mit einer Menge von 10 Millionen. Davon sollen 8 Millionen MTN gegen Ether an die Öffentlichkeit versteigert werden. Die übrigen 2 Millionen MTN gehen an das Entwicklerteam. Alle Einnahmen aus der Versteigerung fließen in Smart-Contracts, welche die Verteilung der Token steuern.

Die Inflation liegt in den ersten rund vierzig Jahren zunächst bei täglich 2.880 neuen Tokens. Ab dann ist die Inflation bei 2 Prozent pro Jahr fixiert. Das Unternehmen Bloq gibt als Datum für den Start der MTN-Versteigerung die erste Dezemberwoche an.
Laut Bloq-Mitgründer Matthew Roszak hat der Programmiercode von Metronome drei Prüfungen durchlaufen: durch Gustav Simonson, Mitglied der Ethereum Foundation, durch Demian Brener, CEO des Smart-Contract-Dienstleisters Zeppelin und durch Martin Swende, den Sicherheitschef bei der Ethereum Foundation.

 

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