Kleine Firmen ignorieren Cyber-Bedrohungen

Jeder dritte Kleinbetrieb spart sich Ausgaben für Virenschutz / Zwei Drittel verzichten auf regelmäßige Passwortänderung

Die Datenschutzgrundverordnung ist für 59 Prozent der befragten Unternehmen völlig unbekannt. (Foto: dpa)

Die Datenschutzgrundverordnung ist für 59 Prozent der befragten Unternehmen völlig unbekannt. (Foto: dpa)

60 Prozent der rund 450.000 österreichischen Ein-Personen- und Kleinunternehmen fühlen sich von Cyber-Risiken kaum bedroht, rund ein Viertel hat sich über diese Thematik noch gar keine Gedanken gemacht. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Allianz Versicherung hervor, in der Einstellung und Verhalten von Kleinunternehmen zum Thema Cyber-Schutz untersucht werden. Das fehlende Risikobewusstsein spiegelt sich auch im Arbeitsalltag der Unternehmen wider: Verdächtige Mails werden zwar gelöscht und Computer-Updates durchgeführt, regelmäßige Passwortänderungen nehmen hingegen nur wenige vor. 31 Prozent der Kleinbetriebe sparen sich sogar die Ausgaben für den Virenschutz.

„Das Thema Cybersicherheit nimmt auf der Agenda der österreichischen Ein-Personen- und Kleinunternehmen keinen vorrangigen Platz ein und reiht sich weit hinter den Herausforderungen des täglichen Geschäfts wie Kundenbindung oder Kostenfragen ein“, kommentiert Mag. Xaver Wölfl, Chief Digital Officer der Allianz Gruppe in Österreich, die Umfrageergebnisse. „Dabei ist laut Bundeskriminalamt allein im vergangenen Jahr die Zahl der gemeldeten Cybercrime-Vergehen in Österreich im Vergleich zum Vorjahr um 30,9 Prozent gestiegen. Hinzu kommt noch eine erhebliche Dunkelziffer“, so Wölfl. Zudem sind mit der Datenschutzgrundverordnung ab Mai 2018 Unternehmen jeder Größenordnung mit vielen zusätzlichen Verpflichtungen und Strafausmaßen in ganz neuen Dimensionen konfrontiert.

Wirklich in den Alltagsbetrieb der heimischen Kleinunternehmen eingegangen ist bis dato lediglich die Vorsicht beim Öffnen verdächtiger E-Mails (95 Prozent), die Durchführung von Computer-Updates (92 Prozent), die Nutzung von Spamfiltern (89 Prozent) und Firewalls (85 Prozent), wie die Umfrage zeigt. Tägliche Datensicherung steht hingegen nur bei 56 Prozent der Betriebe auf dem Programm.

Besonders bedenklich: Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen gibt kein Geld für Virenschutzprogramme aus. Wenig konsequent agieren die meisten auch in Sachen Passwort: Zwei Drittel verzichten auf häufige Änderung der Passwörter, nur 63 Prozent kombinieren diese aus Buchstaben und Ziffern, wie das von den Experten empfohlen wird. Weitere Umfragedetails: Ein-Personen-Unternehmen fühlen sich generell von Cyber-Risiken noch weniger betroffen als Firmen mit 1 bis 4 Mitarbeitern. Unterschiedlich ist das Bewusstsein für die Gefahren aus dem Netz auch in den einzelnen Branchen. So halten in Tourismus und Gastronomie nur 30 Prozent der Kleinunternehmen die Cyberkriminalität für ein hohes Risiko, in Gewerbe und Handwerk 37 Prozent, im Dienstleistungsbereich hingegen 55 Prozent.

 

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