Österreich: Wachstum durch hohen Ressourcen-Verbrauch

Die aktuelle Ausgabe der Studie „Wie geht's Österreich?“ von Statistik Austria zeichnet ein differenziertes Bild von Wohlstand und Fortschritt in Österreich – bezogen auf das Jahr 2016.

Die allgemeine Lebenszufriedenheit ist in Österreich gleichbleibend hoch. (Foto: Patrick Pleul/dpa)

Die allgemeine Lebenszufriedenheit ist in Österreich gleichbleibend hoch. (Foto: Patrick Pleul/dpa)

2016 stieg die reale Wirtschaftsleistung pro Kopf (AT: +0,2 Prozent, EU-28: +1,6 Prozent). Im EU-Vergleich liegt Österreich beim BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards (KKS) nach wie vor an vierter Stelle.

Von 2012 bis 2016 war ein kontinuierlicher Anstieg der nationalen Arbeitslosenrate auf zuletzt 6,0 Prozent zu verzeichnen, jedoch gehörte Österreich 2016 damit zu den Ländern mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa (EU-28: 8,6 Prozent). Die Verteilung der verfügbaren Nettohaushaltseinkommen zeigt, dass im Jahr 2016 Haushalte im obersten Quintil viermal mehr Einkommen haben als jene im untersten Einkommensquintil (EU-28: das 5,2-fache für 2015).

Die allgemeine Lebenszufriedenheit ist in Österreich gleichbleibend hoch: Auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht zufrieden) bis 10 (vollkommen zufrieden) lag die durchschnittliche Lebenszufriedenheit für 2016 bei 7,9 (EU-28: 7,1 für 2013). Nur 11 Prozent der Personen gaben eine geringe Zufriedenheit (5 oder weniger) an. Der Anteil der armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Bevölkerung reduzierte sich von 20,6 Prozent im Jahr 2008 auf 18,0 Prozent im Jahr 2016. Österreich lag damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt von rund 23,4 Prozent.

Die Nutzung freier Flächen für Bau, Verkehr und Sonstiges stieg von 2001 bis 2016 um 24,1 Prozent an, während die österreichische Bevölkerung in diesem Zeitraum nur um 8,7 Prozent wuchs. Die Neuinanspruchnahme lag im Durchschnitt 2013–2016 bei 14,7 Hektar pro Tag.

Die Treibhausgasemissionen verringerten sich seit 1995 um insgesamt 1,2 Prozent und von 2005 bis 2015 um 14,9 Prozent (EU-28: -16,7 Prozent) und zeigen damit in den letzten Jahren eine deutliche Entkoppelung vom realen BIP mit seinem Anstieg von 12,7 Prozent von 2005 bis 2015. Allerdings weist der neue Schlüsselindikator zu den Treibhausgasemissionen des Verkehrs einen Anstieg von 40,5 Prozent im Zeitraum 1995 bis 2015 auf. Der Energieverbrauch des Verkehrs stieg seit 1995 um über 60 Prozent und nahm 2015 und 2016 mit mehr als 3 Prozent deutlich zu.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.