Elektroindustrie fordert mehr Tempo bei Energiewende

Energiesystem größtenteils noch auf alte Technologien ausgerichtet.

Gegenwärtig gebe es einen Wirrwarr von Energiegesetzen, was aufgrund der Komplexität und Regulierungstiefe viele Probleme entstehen lasse. (Foto: dpa)

Gegenwärtig gebe es einen Wirrwarr von Energiegesetzen, was aufgrund der Komplexität und Regulierungstiefe viele Probleme entstehen lasse. (Foto: dpa)

Die Elektroindustrie hat mehr Tempo bei der Energiewende gefordert und setzt große Erwartungen in eine mögliche Jamaika-Koalition. „Die Energiewende muss endlich wieder Fahrt aufnehmen“, sagte der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Michael Ziesemer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Energiewende müsse außerdem auch eine „Digital- und Verkehrswende“ sein.

Zwar sei beim Energie-Umbau und beim Ausbau der erneuerbaren Energien schon viel bewegt worden, so Ziesemer. Dennoch sei das Energiesystem größtenteils weiter auf alte Technologien ausgerichtet. „Wir brauchen endlich den Netz- und Speicherausbau und die Anbindung des Wärme- und Verkehrsbereichs. Die Digitalisierung kann dazu beitragen, die Kosten für diese Infrastrukturinvestitionen zu reduzieren“, erklärte er.

Die Elektroindustrie mit rund 847 000 Beschäftigten gehört zu den wichtigsten Industriezweigen in Deutschland. Sie sieht sich vor allem beim Thema Industrie 4.0, dem digitalen Wandel der Wirtschaft, in einer Vorreiterrolle. Bei den Sondierungen für eine Jamaika-Koalition liegen Union, FDP und Grüne in der Klima- und Energiepolitik bisher weit auseinander, obwohl es zuletzt Kompromisssignale gab.

„Wir haben hohe Erwartungen an die nächste Bundesregierung – bei der Energie- und Klimapolitik müssen jetzt zügig die Weichen Richtung Digitalisierung gestellt werden“, sagte Ziesemer. „Wir sehen eine große Chance in einer Jamaika-Koalition.“

Gegenwärtig gebe es einen Wirrwarr von Energiegesetzen, was aufgrund der Komplexität und Regulierungstiefe viele Probleme entstehen lasse. „Es geht jetzt um einen neuen Ordnungsrahmen aus einem Guss.“ Der Verbraucher könne seinen Stromverbrauch optimieren – durch eine dezentrale Speicherung von Strom und die intelligente Steuerung des Stromverbrauchs über den sogenannten Smart-Metering.

Der Verbandspräsident sprach sich außerdem für einen „definierten Ausstiegspfad“ aus der Kohlekraft aus, nicht aber für ein fixes Datum. „Die Versorgungssicherheit darf dabei nicht gefährdet werden.“

Notwendig seien auch ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität sowie ein massiver Breitbandausbau.

 

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