Krankenhäuser fordern Digitalisierungsoffensive

Investitionsprogramm kostet eine Milliarde Euro.

Das Handout vom 30.09.2016 der Fraunhofer-Gesellschaft zeigt in Mannheim (Baden-Württemberg) einen Roboterarm, der eine Biopsie ausführt. (Foto: Fraunhofer_Gesellschaft/dpa)

Das Handout vom 30.09.2016 der Fraunhofer-Gesellschaft zeigt in Mannheim (Baden-Württemberg) einen Roboterarm, der eine Biopsie ausführt. (Foto: Fraunhofer_Gesellschaft/dpa)

Eine Digitalisierungsoffensive für Krankenhäuser hat der Deutsche Krankenhaustag gefordert. Damit die Kliniken digital aufrüsten könnten, sei ein Investitionsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro notwendig. Das sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), Georg Baum, am Donnerstag vor Beginn der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf. Die Kliniken in Deutschland lägen bei der Digitalisierung international um fünf Jahre zurück.

Bei der am Montag startenden Medica steht die digitale Vernetzung in allen Gesundheitsbereichen im Mittelpunkt. Die Neuheiten reichen vom „intelligenten Pflaster“, das die Wundheilung mittels Temperaturmessung überwacht und Unregelmäßigkeiten per App mitteilt, bis zum Aufspüren möglicher Tumore durch digitale Bilddaten aus CT- oder MRT-Systemen.

Mehr als 5100 Aussteller aus 66 Nationen präsentieren bis zum 16. November auf der Medica Produkte für Patienten, Kliniken und Arztpraxen. Parallel dazu läuft die Zulieferermesse Compamed mit rund 780 Ausstellern. Vergangenes Jahr kamen nach Messe-Angaben rund 127 000 Besucher zu den beiden Messen.

Auf dem Vormarsch sind demnach virtuelle Anwendungen wie etwa eine 3D-Datenbrille, die Chirurgen bei einem Eingriff die exakte Position von Lymphknoten einblenden. Physiotherapiepatienten können künftig mit Hilfe einer VR-Brille beispielsweise einen Flug durch ein Gebirge simulieren. Vorgestellt werden auch Anwendungen für Handys sowie „Wearables“ – tragbare Computersysteme wie Fitness-Armbänder und Smartphones, die mit Apps und Aufsteckgeräten ausgerüstet werden.

 

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