Kosten für Neubauten steigen stark

Die Preise erlebten zuletzt höchsten Anstieg seit 2008 / Zahl der Einfamilienhäuser rückläufig

Die Zahlen für Einfamilienhäuser gingen um fast acht Prozent zurück. (Foto: dpa)

Die Zahlen für Einfamilienhäuser gingen um fast acht Prozent zurück. (Foto: dpa)

Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden sind in Deutschland im August so stark gestiegen wie seit neun Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die Preise um 3,1 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dies war demnach der höchste Anstieg der Preise seit 2008; damals hatte das Plus 3,3 Prozent betragen.

Nennenswerte Preissteigerungen gab es den Statistikern zufolge unter anderem bei den Rohbauarbeiten. Hier legten die Preise für Erdarbeiten um 4,6 Prozent zu, für Klempnerarbeiten erhöhten sie sich um 3,9 Prozent und für Gerüstarbeiten um 3,7 Prozent. Dachdeckerarbeiten waren um 3,6 Prozent teurer als im August 2016.
Deutlich stiegen auch die Preise für Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen (plus 4,2 Prozent) und für Wärmedämm-Verbundsysteme (plus 4,0 Prozent). Für Metallbauarbeiten erhöhten sie sich im August 2017 um 3,9 Prozent.

Die Behörden in Deutschland haben in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres weniger Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis einschließlich Juli 2017 wurden 199.426 Baumaßnahmen in Wohn- und Nichtwohngebäuden genehmigt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde 6,6 Prozent oder fast 14.200 weniger als ein Jahr zuvor. In 175.799 Fällen ging es um Neubauten (minus 3,8 Prozent).

Gegen den allgemeinen Trend lagen die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit 1,9 Prozent beziehungsweise gut 1800 Einheiten im Plus. Damit erreichte die Anzahl genehmigter Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit fast 96.300 Wohnungen den höchsten Wert in dem Sieben-Monats-Zeitraum seit zwanzig Jahren.
Rückläufig waren unterdessen die Zahlen für Einfamilienhäuser (minus 7,7 Prozent auf 53.507 Einheiten) sowie für Wohnungen in Wohnheimen (minus 29,9 Prozent auf 9673 Einheiten), wozu auch Flüchtlingsunterkünfte zählen.

 

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