Schwache Infrastruktur belastet Österreichs Firmen

Infrastruktur ist zweitwichtigster Standort-Faktor nach gutem Personal

Die Produktivität der österreichischen Wirtschaft leidet – genau wie Deutschland – unter einer unzureichenden Infrastruktur. Der Future Business Austria Infrastrukturreport durchleuchtet jährlich die Stärken und Schwächen der heimischen Infrastruktur in den Bereichen Forschung, Energie, Verkehr (Straße, Schiene, Luftfahrt und Schifffahrt), IKT und Post und bildet Forderungen der Wirtschaft an die Politik ab.

Schon im November 2015 wurde in diesem Bericht festgestellt, dass Österreichs Wirtschaft mit einer gut ausgebauten Infrastruktur deutlich produktiver und damit eine um gut 36 Milliarden Euro höhere Wertschöpfung erzielen könnte. Zwei Drittel der befragten Manager erklärten, keine Infrastruktur-Gesamtstrategie in Österreich erkennen zu können.

Zwei Jahre später gibt es ein ähnliches Resultat: Österreich gehe aufgrund unzureichend ausgebauter Infrastruktur ein Produktivitätspotenzial von gut 45 Milliarden Euro pro Jahr verloren – so das Ergebnis einer Modellrechnung des FBA-Infrastrukturreports, das an der Wiener Wirtschaftsuniversität präsentiert wurde.

Laut den österreichischen Experten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung seien IT-Infrastruktur auf Betriebsebene und IKT-Infrastruktur (Informations- und Kommunikationstechnik) auf Standortebene mit je 93 Prozent Zustimmung die wichtigsten Infrastrukturen der Zukunft. Etwa zwei Drittel geben an, es sei um die Absicherung kritischer Infrastrukturen wie beispielsweise der Energieversorgung nicht gut bestellt. Auch besteht Sorge wegen möglicher Cyberangriffe.

Zufrieden sind im Bundesländervergleich an erster Stelle Oberösterreich, gefolgt von Wien und Niederösterreich. Schlusslichter sind das Burgenland und Kärnten. Im Mittelfeld befinden sich die Steiermark, Tirol und Salzburg.

Dem Infrastrukturreport liegt die repräsentative Befragung von 240 Managern großer Unternehmen in Österreich (mit mehr als 100 Mitarbeitern) zugrunde.

 

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