Wirtschaft: Scheitern der Koalitions-Verhandlungen ist fatal

Deutsche Unternehmen kritisieren Abbruch der Koalitionsverhandlungen / Chance auf Modernisierungsschub vertan

Die deutsche Wirtschaft hat mit Enttäuschung und Unverständnis auf das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen reagiert. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, nannte die Unfähigkeit der sondierenden Parteien, sich auf Kompromisse zu verständigen, „fatal“. Für die deutsche Wirtschaft sei das Scheitern der Sondierungsgespräche „eine Enttäuschung“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

„Damit ist die Chance und das Potenzial einer solchen neuen, frischen Regierungskonstellation vertan worden, Deutschland mit neuen Ideen und Denkmustern einen Modernisierungsschub zu geben“, so der Handwerkspräsident. Parteitaktische Erwägungen hätten offenbar stärker gewogen als die gesamtstaatliche Verantwortung.
„Es besteht die Gefahr, dass jetzt die Arbeiten an wichtigen Zukunftsthemen unseres Landes lange verzögert werden“, kritisierte DIHK-Chef Schweitzer. „Deutsche Unternehmen müssen sich nun auf eine möglicherweise längere Phase der Unsicherheit einstellen.“ Auch Wollseifer kritisierte, Stillstand beim Regierungshandeln und politische Ungewissheit seien „Gift“ für die Wirtschaft.

DIHK-Präsident Schweitzer wollte die Hoffnung allerdings nicht aufgeben: Er vertraue darauf, dass alle verantwortungsbewussten Akteure am Ende doch noch zu vernünftigen Kompromissen fähig sind, erklärte er.

Der Chemieverband VCI fordert von der Politik nach dem Scheitern der Jamaika-Gespräche rasch neue Lösungen. „Deutschland braucht so schnell wie möglich eine handlungsfähige Regierung“, mahnte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. „Denn die Herausforderungen für das Land sind erheblich: Digitalisierung, Energiewende, Innovation und Bildung oder Infrastruktur müssen gestaltet werden.“

Das Experiment, aus CDU, CSU, FDP und Grünen eine Koalition zu formen, sei schon „im Versuchsaufbau gescheitert“, meinte Tillmann. „Offensichtlich stimmte die Chemie zwischen den Partnern zu wenig, um eine gemeinsame politische Vision für Deutschland zu finden.“

 

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