OECD hebt Wirtschafts-Prognose für Österreich deutlich an

Das Wachstum wird von einer kräftigen Nachfrage im In- und Ausland getragen.

Der durch den Beschäftigungsaufbau und die Aufhellung des Konsumklimas beflügelte private Verbrauch wirkt weiterhin wachstumsstützend. (Foto: dpa)

Der durch den Beschäftigungsaufbau und die Aufhellung des Konsumklimas beflügelte private Verbrauch wirkt weiterhin wachstumsstützend. (Foto: dpa)

Dank eines günstigen Zusammenspiels nationaler und internationaler Einflussfaktoren erreichte die Wachstumsdynamik in Österreich ein so hohes Niveau, wie es seit dem kräftigen Aufschwung im Anschluss an die weltweite Finanzkrise nicht mehr verzeichnet worden war, so die OECD in ihrer Länderanalyse.

Bei den Investitionen ist nach mehreren Jahren der Stagnation eine deutliche Erholung festzustellen. Die Erwerbsbeteiligung steigt, insbesondere bei Frauen und älteren Arbeitskräften, weiter. Die Beschäftigung wächst schneller als die Erwerbsbevölkerung und lässt die Arbeitslosenquote nach einem fünf Jahre währenden stetigen Anstieg sinken. Die Inflation bleibt höher als in anderen Euroländern. Der durch den Beschäftigungsaufbau und die Aufhellung des Konsumklimas beflügelte private Verbrauch wirkt weiterhin wachstumsstützend.

Durch eine Förderung der Digitalisierung und der Mobilität könnten die Arbeitsmarktergebnisse verbessert werden

Das Rekordniveau bei der Zahl offener Stellen lässt darauf schließen, dass die Beschäftigung durch eine bessere Abstimmung von Arbeitsangebot und -nachfrage steigen könnte, heißt es im OECD-Bericht.

Im Unternehmenssektor ist eine Anpassung im Hinblick auf die globale digitale Revolution zu beobachten. Dies geht allerdings langsamer vonstatten als in den diesbezüglich fortgeschrittensten Ländern, vor allem was kleinere Unternehmen betrifft. Die Fähigkeit von Unternehmensinhabern, die Digitalisierung vollständig umzusetzen und ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen, sollte durch eine diesbezügliche Sensibilisierung und eine weitere Vertiefung der privaten Kapitalmärkte erhöht werden, um Innovationen zu fördern. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung würden sich stärkere Anreize für Unternehmen, Ausbildungsplätze in Berufen anzubieten, in denen die Digitalisierung rasch voranschreitet, positiv auf die Arbeitsmarktergebnisse auswirken.

Eine höhere Arbeitskräftemobilität würde für eine bessere Abstimmung von Arbeitsangebot und -nachfrage sorgen. Dies könnte eine Anpassung von Politikmaßnahmen rechtfertigen, durch die stabile Lebensverhältnisse stärker begünstigt werden als regionale Mobilität, einschließlich Wohnungspolitik, Pendlerbeihilfen und der Anspruchskriterien für Sozialtransfers.

Die Wirtschaftstätigkeit verlangsamt sich, bleibt jedoch dynamisch

2017 erreichte das Wirtschaftswachstum 3 Prozent. Die starke Wachstumsdynamik dürfte bis 2018 anhalten, bevor sie im weiteren Verlauf des Investitionszyklus bzw. im Zuge einer zunehmenden Anspannung der Arbeitsmarktlage etwas nachlassen wird.

 

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