UBS baut Abteilung für Künstliche Intelligenz aus

Mangel von KI-Talenten ist eine der größten Herausforderungen.

Betrugsprävention, Optimierung und Risikomanagement sind ebenfalls Bereiche, in denen die Technologie angewendet werden könnte. (Foto: dpa)

Betrugsprävention, Optimierung und Risikomanagement sind ebenfalls Bereiche, in denen die Technologie angewendet werden könnte. (Foto: dpa)

Die UBS Group AG erweitert nach einem Bericht von Bloomberg ihre Belegschaft in einem der wenigen Bereiche im Banking, in denen die Nachfrage nach Talenten wächst. „Wir rekrutieren derzeit mehr Menschen für künstliche Intelligenz“, sagte Veronica Lange, Innovationsleiterin der grössten Bank der Schweiz, in einem Interview in Moskau. „Das sind Datenwissenschaftler, Architekten, Wirtschaftsanalytiker.“

KI (Künstliche Intelligenz) bezeichnet eine Technologie, die Aufgaben ausführen kann, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Große globale Banken wie UBS nutzen sie, um umfangreiche Datenbanken zu durchsuchen und Einblicke in Kunden und Märkte zu erhalten, die Kreditgebern dabei helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben – schon aus dem Grund, weil sich immer mehr Technologiefirmen mit Finanzdienstleistungen befassen.

Im vergangenen Jahr wurde bei UBS ein sogenannter „Robo-Berater“ eingeführt, der Algorithmen verwendet, um Kunden dabei zu unterstützen, Portfolios mit wenig oder gar keiner menschlichen Interaktion aufzubauen und zu verwalten. Die Credit Suisse Group AG hatte im Juli eine ähnliche digitale Beratungsplattform in Hongkong und Singapur eingeführt.

Betrugsprävention, Optimierung und Risikomanagement sind ebenfalls Bereiche, in denen die Technologie angewendet werden könnte, betonte Lange. Jedoch wollte sie sich nicht dazu äussern, wie viel diesbezügliches Personal die Bank einstellen will. „Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von Projekten aufgebaut“, erläuterte sie. „Wir glauben, dass das wirklich grundlegend ist, weil die Zukunft in der kognitiven Bank liegt.“

Talente sind knapp

Etwa neun von 10 Finanzdienstleistern arbeiten laut einer Umfrage von Deloitte LLP und der Branchengruppe EFMA bereits in diesem Jahr mit KI-Technologien. Nach der Befragung von etwa 3.000 Führungskräften in Europa, dem Nahen Osten und Afrika stellten sie die Knappheit an technischen Talenten als eine ihrer größten Herausforderungen fest, insbesondere in der Endphase von Projekten, in denen der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften oftmals zunimmt.

Die Nachfrage nach KI-Experten widerspricht dem Trend, dass die Kreditgeber durch die Automatisierung und Digitalisierung mit weniger Mitarbeitern auskommen müssen. UBS-Vorstandsvorsitzender Sergio Ermotti hatte erklärt, dass das nächste Jahrzehnt eine 30-prozentige Reduzierung der Belegschaft der Bank bringen könne – teilweise durch Arbeitskräfteabgang.

Künstliche Intelligenz „ist eine im Entstehen begriffene Technologie im Bankwesen, und wir müssen die Zahl der Praktiker in der Branche noch steigern“, bemerkte Lange auf die Frage, ob es für UBS schwierig sei, qualifizierte Kandidaten zu finden. Sie lehnte es ab, sich näher dazu zu äußern.

 

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