Zentralbank warnt vor Risiken bei Immobilien

Die Nationalbank rät den Banken, bei der Immobilienfinanzierung keine übermäßigen Risiken einzugehen.

Die Entwicklung der Immobilienfinanzierung wird in Österreich immer mehr zum Thema für die Aufseher. Erhöhte Wachsamkeit sei angebracht, erklärte die Österreichische Nationalbank (OeNB) anlässlich der Veröffentlichung ihres jüngsten Stabilitätsberichts. Ein zunehmender Anteil der neuen Kredite an Privathaushalte weise relativ hohe Beleihungs-, Schuldendienst- und Verschuldungsquoten auf. Die systemischen Risiken aus der Immobilienkreditvergabe blieben dabei begrenzt, wenn auch eine erhöhte aufsichtliche Wachsamkeit angebracht sei. „Diese Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung der diesbezüglichen Kommunikation des Finanzmarktstabilitätsgremiums zu nachhaltigen Kreditvergabestandards in der Immobilienfinanzierung“, heißt es bei der OeNB.

Die Nationalbank riet den Banken, das momentan günstige Umfeld zu nutzen, um Reformen zur Verbesserung ihrer Ertragskraft anzustoßen. So könnten sie ihre Risikotragfähigkeit ausbauen. Die Banken sollten jedoch vor allem in der Immobilienfinanzierung keine übermäßigen Risiken eingehen. Im Oktober war das Volumen der Wohnbaukredite mit 4,4 Prozent wieder deutlich gestiegen. In der Folge werden höhere Immobilienpreise verzeichnet. Im Vorjahresvergleich stiegen sie um 4,5 Prozent.

Es sind etwa zwei Drittel aller Haushalte, die in Österreich 2017 einen Kredit tilgen müssen. Dennoch liegt die Rate im EU-Schnitt niedriger und drückt so im Vergleich die Verschuldungsquote. Die Nationalbank warnt in ihrem Bericht jedoch vor der proportional immer noch hohen Quote der variablen Zinsen. Dadurch seien Kreditnehmer höherer Volatilität und Risiken ausgesetzt.

Das Niedrigzinsumfeld sorgt in Zeiten guter Konjunktur für einen Aufschwung am Wohnungsmarkt. Bei Wohnbaukrediten lagen im September die effektiven Zinssätze bei 2,27 Prozent. Voraussichtlich werde der Anteil der variablen Zinsen künftig nachgeben, denn die Darlehensnehmer nutzen die Niedrigzinsen, um auf Fixzinsen zu wechseln.

Bei den heimischen Banken zeichnet sich ein positives Bild ab. Nach zahlreichen Restrukturierungen in den vergangenen Jahren und begünstigt durch das positive Marktumfeld sowie niedrige Risikokosten haben die österreichischen Banken im ersten Halbjahr 2017 erneut ihre Gewinne gesteigert. Dennoch bleibe es wichtig, effizienzsteigernde Maßnahmen weiter voranzutreiben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und die Finanzmarktstabilität nachhaltig zu sichern, betont die OeNB.

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