Deutsche Autobauer: Ausstehende Forderungen wachsen an

Die deutschen Autohersteller Volkswagen, Daimler und BMW haben Milliarden-Forderungen an Kunden und Lieferanten.

Die drei großen deutschen Automobilkonzerne Volkswagen, Daimler und BMW haben hohe und weiter steigende Forderungen aus Krediten an Kunden und Lieferanten. Wie n-tv berichtet, summierten sich diese Ende 2016 auf insgesamt etwa 280 Milliarden Euro. Grund für das Wachstum bei den Krediten ist der Trend hin zu Finanzierungen und Leasing-Modellen, die häufig über die konzerneigenen Banken abgewickelt werden.

Volkswagen hat derzeit Ausstände von fast 122 Milliarden Euro, Daimler von mehr als 81 Milliarden Euro und BMW von knapp 80 Milliarden Euro. Der Umfang der ausstehenden Kredite entspricht bei den drei Unternehmen zwischen 30 und 40 Prozent des gesamten Unternehmensvermögens. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 betrugen die Ausstände bei VW rund 54 Milliarden Euro, bei Daimler rund 40 Milliarden Euro und bei BMW etwa 35 Milliarden Euro.

Die Forderungen sind unproblematisch, solange es zu keiner Rezession kommt, in deren Zuge die Ausfallraten steigen. Volkswagen rechnet derzeit mit einer Ausfallquote von 2,8 Prozent, macht aber ebenso wie Daimler keine Angaben zur tatsächlichen Quote. Bei BMW liegt die Ausfallquote derzeit angeblich bei nur 0,32 Prozent.

Offenbar wird nur ein Bruchteil der finanziellen Risiken in der Bilanz sichtbar. „Die Autobauer schreiben jedes Jahr ein paar Hundert Millionen auf ihre Kredite ab. Diese schleichenden Verluste gehen in der Bilanz unter. Doch über zehn oder 20 Jahre summieren sie sich zu Milliardenbeträgen. Hinzu kommt ein verstecktes Ausfallrisiko: VW, Daimler und BMW schleppen heimlich überfällige Kredite auf der Bilanz mit – schreiben sie aber nicht ab. Weil der Großteil der Autokäufer weniger als 30 Tage im Verzug sei, müsse man das nicht, argumentieren die Konzerne. Dabei sind diese schwebenden Kreditrisiken oft um ein Vielfaches größer als die tatsächlichen Abschreibungen: Bei Daimler summierten sie sich vergangenes Jahr auf rund 2,5 Milliarden Euro. Die bestehenden Wertberichtigungen beliefen sich dagegen nur auf rund eine Milliarde Euro“, schreibt n-tv.

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