Pkw-Neuzulassungen in der EU sinken im Dezember

Absatz schrumpfte im vergangenen Monat um 4,9 Prozent / Volkswagen verkaufte 2017 weltweit 10,7 Millionen Fahrzeuge

In der Europäischen Union wurden im Dezember weniger Autos verkauft. Der Absatz sei im vergangenen Monat um 4,9 Prozent auf rund 1,1 Millionen Fahrzeuge geschrumpft, teilte der Herstellerverband ACEA am Mittwoch mit. Grund sei vor allem, dass der Dezember einen Verkaufstag weniger hatte als im Vorjahr. In fast allen großen EU-Ländern verbuchten die Hersteller Verkaufsrückgänge. Lediglich in Spanien stieg der Absatz. Im gesamten Jahr 2017 stiegen die Neuzulassungen um 3,4 Prozent auf 15,1 Millionen Fahrzeuge.

Volkswagen hat trotz der Dieselaffäre im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie nie zuvor und sich damit zum zweiten Mal in Folge den Titel als weltgrößter Autobauer geholt. Rund um den Globus seien 10,74 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden gerollt, 4,3 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr, teilte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mit.

2016 hatte Volkswagen einschließlich der beiden Lkw-Töchter MAN und Scania weltweit 10,3 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Allein im vergangenen Dezember steigerte der Konzern die Auslieferungen um 8,5 Prozent auf knapp eine Million Stück.

Der japanische Rivale Toyota hatte bereits im Dezember mitgeteilt, dass er für 2017 mit einem weltweiten Absatz von 10,35 Millionen Fahrzeugen rechne. Das wäre zum Vorjahr ein Plus von zwei Prozent. Für 2018 hat sich Toyota 10,5 Millionen Auslieferungen vorgenommen.

Den hausgemachten Dieselskandal hat Volkswagen noch nicht überwunden. Die Wiedergutmachung der millionenfachen Abgas-Manipulation kostete den Konzern bereits mehr als 25 Milliarden Euro und wird auch in diesem Jahr zu weiteren Belastungen führen. Doch abseits der Altlasten läuft das Geschäft rund. Dabei kommt dem Autobauer zugute, dass er mit zwölf Marken weltweit präsent ist und so konjunkturelle Schwankungen ausgleichen kann.

In China hat Volkswagen seine Stellung als wichtigster Markt gefestigt. Im vergangenen Jahr verkauften die Wolfsburger und ihre chinesischen Partner so viele Autos der Marke VW in dem Land wie nie zuvor. Insgesamt wurden 3,177 Millionen Wagen abgesetzt, wie der Konzern in Peking mitteilte. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Erstmals will Volkswagen zudem in China gebaute Fahrzeuge auch in andere Länder exportieren – das dürfte die Abhängigkeit von diesem Schlüsselmarkt etwas verringern.

 

 

Kommentare

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  1. syssiphus sagt:

    Die Nutzungsdauer von Fahrzeugen sollte so angelegt sein,dass der Halter sich für Reparaturen und eine event.Um-/Aufrüstung seines PKW’s entscheidet.Die Herstellung von Neuwagen mag für die Automobilfirmen am profitabelsten sein,für die Ökobilanz aber weniger.Der Gesetzgeber müsste eine Mindestnutzungsdauer vorgeben und durchsetzen, nicht nur bei PKW.

  2. Karl sagt:

    Zitat: Erstmals will Volkswagen zudem in China gebaute Fahrzeuge auch in andere Länder exportieren !!!
    Und dann werden in nicht zu ferner Zukunft auch China VW Fahrzeuge in Europa verkauft. Da in China die Herstellungskosten wesentlich geringer sind steigen natürlich die Gewinne pro Fahrzeug.
    Da die Aktionäre und Kapitalinvestoren an möglichst hohen Gewinnen interessiert sind wird dann wohl die Produktion immer mehr von Deutschland nach China verlagert. So wird wohl in absehbarer Zeit auch diese Sparte aus Deutschland verschwinden wie schon viele ander Industriezweige ; Aber dann bleibt ja noch der einfache Dienstleistungssektor wo man oft nur den Mindestlohn oder etwas darüber verdient. Man kann dann nur hoffen, dass der anspruchsvolle, oft gut bezahlte Dienstleistungsbereich nicht auch noch mit der Industrieproduktion noch nach Asien verschwindet. Übrigens nur noch ca. 20 % der Erwerbstätigen arbeiten im Verarbeitenden Gewerbe, also in Bereichen wie dem Maschinenbau, der chemischen Industrie, der Elektrotechnik oder der Automobilindustrie. 1970 waren das noch ca. 40% bei nahezu echter Vollbeschäftigung.