Familienunternehmen: stabiler und nachhaltiger als Konzerne

Familienunternehmen sind auf lange Sicht resistenter gegen Schocks / Ihr Wachstum erfolgt behutsam und kontinuierlich

Schon immer waren und sind Unternehmer und Unternehmen zu allen Zeiten exogenen Risikofaktoren ausgesetzt, die in folgender Form erscheinen können:

Kriege
Terrorismus
Klimawandel
Konjunkturzyklus
Disruptive Geschäftsmodelle
Währungspolitik
Regierungswechsel
Pandemien
Wirtschaftskrisen
Digitale Spionage

Allen diesen exogenen Risikofaktoren gemein ist, dass sie vom einzelnen Unternehmer beziehungsweise Manager kaum beeinflussbar sind. Gleichwohl sind Strategien zu ihrer Bewältigung unerlässlich. Dabei kommt der Auswahl des Risikoprofils für das eigene Handeln eine große Bedeutung zu.

Die oben gezeigten Risikoprofile sind wenig ermutigend für unternehmerisches Handeln, da sie langfristig zu geringe Entwicklungschancen oder zu hohe Risiken für ein Scheitern beinhalten.

Der Wunsch, ein Unternehmen solide und nachhaltig zu entwickeln, ist besonders tief in der DNA von Familienunternehmern verankert. Um dies zu ermöglichen, bedarf es einer Strategie, mit der solides Wachstum behutsam und kontinuierlich gewährleistet werden kann. Dies beinhaltet eine systematische Absicherung des Wachstumspfades durch unternehmensinterne verlässliche Planungsstrukturen und Kontrollprozesse. Diese sollten eine wirksame Steuerung und – wo notwendig – eine Beschleunigung oder Verlangsamung von Wachstumsprozessen sicherstellen können.

Geeignete Strukturen und Prozesse verbinden regelmäßig Erfahrungswissen und innovatives Know-how und dienen somit als wertvoller Impulsgeber für das Wachstum des Unternehmens.

Die Physik definiert den meta-stabilen Zustand als stabil gegen kleine Änderungen, aber instabil gegenüber größeren Änderungen. Sobald aber größere Änderungen in Form von Technologiesprüngen oder andere exogene Risikofaktoren die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens herausfordern, beweisen die Häuser, die auf stabile und nachhaltige Strukturen und Prozesse zurückgreifen können, die besseren Abwehr- und Erholungsmechanismen.

Dieser Beitrag ist entnommen aus „Profitmaximierung oder Gemeinwohlmehrung. Interne und externe Motive des Umdenkens“ als Teil aus dem Band „Von der sozialen zur ökosozialen Marktwirtschaft“. Erschienen im Springer-Verlag, 2018.

Max W. Römer ist Gründungspartner und Chairman von Quadriga Capital, Gründungsvorstand des Bundesverbands der Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK Berlin, und Past-Chairman von InvestEurope, Brüssel.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.