Schweiz untersucht Risiken von Digitalwährungen

Die härtere Gangart der Regulierer setzt Bitcoin zu.

Die Schweizer Regierung nimmt Kryptowährungen unter die Lupe: Bis zum Jahresende soll eine Arbeitsgruppe die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Blockchain-Technologie prüfen, auf der diese virtuellen Währungen basieren. Besonderes Augenmerk soll dabei den sogenannten Initial Coin Offerings (IOC) gelten, wie das beim Finanzministerium angesiedelte Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) mitteilte. Dabei sammeln Firmen Geld bei Anlegern ein und geben statt Aktien oder Anleihen digitale Anteile (Token) aus. Diese werden dann als Kryptowährung an speziellen Börsen gehandelt.

„Ziel dieser Arbeiten sind die Erhöhung der Rechtssicherheit, die Aufrechterhaltung der Integrität des Finanzplatzes und die Sicherstellung einer technologieneutralen Regulierung“, wie das SIF erklärte.

Neben dem SIF sind auch die Finanzmarktaufsicht Finma und das Justizministerium eingebunden. Die Finma hatte vergangenes Jahr Anbieter aus dem Verkehr gezogen, die Kunden über das Internet die selbst erfundene Scheinkryptowährung E-Coin angeboten hatten.

Deutschland und Frankreich wollen beim G20-Gipfel im März einen gemeinsamen Vorschlag zur Regulierung von Bitcoin vorlegen. Immer mehr Länder schieben dem Handel mit Kryptowährungen inzwischen einen Riegel vor: China und Südkorea – Hochburgen der Spekulation mit virtuellen Währungen – wollen diesen neuen und bislang unregulierten Markt ebenfalls an die kurze Leine nehmen und den Handel möglicherweise komplett verbieten. In Südkorea werde derzeit ein Gesetzesentwurf vorbereitet, der den Börsenhandel mit Bitcoin und Co. untersagt, teilte Justizminister Park Sang-Ki mit. Bereits im Dezember hiess es, dass der Handel künftig nur noch auf bestimmten Plätzen möglich sein soll. Daraus entstandene Kapitalerträge sollen zudem besteuert werden, um die Spekulation zu begrenzen.

Mitte Januar hatte sich die Deutsche Bundesbank für eine internationale Kooperation bei der Regulierung der Cyber-Devisen ausgesprochen.

Angesichts der ungewissen Zukunft des Handels befindet sich der Bitcoin, die bekannteste virtuelle Währung, auf einer Talfahrt.

 

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