Audi will den A4 für eine halbe Milliarde Euro überarbeiten

Audi-Chef will verhindern, dass die Marke mit den vier Ringen weiter an Boden zu den Konkurrenten Daimler und BMW verliert.

Die VW-Tochter Audi plant offenbar eine grundlegende Überarbeitung des wichtigen Modells A4 für rund 500 Millionen Euro. Der Mittelklassewagen, der zuletzt weniger gefragt war als von Audi erhofft, soll Ende 2018 zunächst eine neue Front erhalten und damit optisch aufgefrischt werden, wie mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag sagten. In einem zweiten Schritt solle der Bestseller eine neue Karosserie und neue Motoren erhalten. „Im Prinzip entsteht ein neues Auto“, zitierte das „Handelsblatt“ aus Konzernkreisen. Audi bestätigte auf Anfrage lediglich, dass zur Mitte des Produktionszyklus ein „Facelift“ geplant sei. Zu den Kosten äußerte sich Audi nicht. Das aktuelle Modell ist erst seit Herbst 2015 im Handel.

Ein Insider sagte, die geplanten Eingriffe kosteten voraussichtlich 500 Millionen Euro. Dadurch solle das Modell optisch attraktiver gemacht werden. So will Audi-Chef Rupert Stadler verhindern, dass die Marke mit den vier Ringen weiter an Boden zu den Konkurrenten Daimler und BMW verliert. 2017 hatte Mercedes-Benz beim Absatz einen Vorsprung von 400.000 Autos, gefolgt von der Marke BMW, die 200.000 Wagen mehr verkaufte als Audi. Im Vergleich zum BMW 3er und der C-Klasse von Mercedes gilt der A4 von Audi optisch als bieder und brav. Technisch ist das Modell nach Meinung von Experten auf Höhe der Konkurrenz. Dennoch lag der Absatz im vergangenen Jahr allein in Deutschland mehr als drei Prozent hinter den Planzahlen. Deshalb schrillten in Wolfsburg und Ingolstadt schon länger die Alarmglocken.

Für die Probleme machen Eingeweihte falsche Entscheidungen in der Modellentwicklung in den vergangenen Jahren bei Audi verantwortlich. Dazu trugen mehrere Managementwechsel bei, von denen vor allem das Entwicklungsressort betroffen war. Erst vor wenigen Monaten tauschte Audi den halben Vorstand aus. Audi-Chef Stadler, über dessen Ablösung seit Bekanntwerden des Dieselskandals vor gut zwei Jahren spekuliert wurde, soll die VW-Tochter zusammen mit vier neuen Vorstandsmitgliedern aus der Krise führen.

 

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