Euro steigt auf höchsten Stand seit Ende 2014

Wechselkursvolatilität stellt Unsicherheitsquelle dar / EZB-Anleihenkäufe werden noch bis mindestens Ende September 2018 fortgesetzt

Der Euro ist im asiatischen Handel im Vergleich zum Dollar auf den höchsten Stand seit Dezember 2014 gestiegen. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung kletterte am Donnerstag bis auf 1,2478 US-Dollar. Damit setzte der Euro seinen Höhenflug der vergangenen Monate fort. Seit Anfang November zog der Euro um rund sechs Prozent an – über die vergangenen zwölf Monate summiert sich das Plus auf fast 15 Prozent.

Der jüngste Anstieg geht unter anderem auch auf eine Schwäche der US-Währung, die auch gegenüber anderen wichtigen Devisen wie dem japanischen Yen nachgab, zurück.

Die neuerliche Aufwertung des Euro macht Europas Währungshütern Sorge. „Die derzeitige Wechselkursvolatilität stellt eine Unsicherheitsquelle dar, die eine genaue Beobachtung erfordert“, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi in Frankfurt.

Das Erstarken der Gemeinschaftswährung verteuert Produkte von Firmen aus dem Euroraum auf den Weltmärkten tendenziell. Das könnte in der Folge die Exporte und damit das hiesige Wirtschaftswachstum dämpfen.

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) Hoffnungen auf ein baldiges Ende ihrer Nullzinspolitik gedämpft. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt im Anschluss an die erste Zinssitzung des EZB-Rates in diesem Jahr mitteilte. Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, müssen weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Die Notenbank gab zunächst keinen Hinweis auf eine Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik.

Wie die EZB weiter mitteilte, wird sie ihr auf 2,3 Billionen angewachsenes Wertpapierkaufprogramm noch bis mindestens September fortsetzen. Eine Verlängerung zu diesem Zeitpunkt ist weiterhin denkbar, falls die EZB keine nachhaltige Annäherung der Inflation an ihren Zielwert von knapp zwei Prozent feststellt. Selbst eine Ausweitung der monatlichen Käufe von derzeit 30 Milliarden Euro ist laut Notenbank möglich.

 

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