Arbeitsmarktforscher sehen Job-Boom vor dem Höhepunkt

2018 dürften so viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen wie nie zuvor.

Die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordtief, die Beschäftigung auf einem historischen Hoch – nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern wird der Job-Boom in diesem Jahr seinen Höhepunkt erreichen. Denn 2018 dürften so viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen wie nie zuvor, berichtete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag bei der Veröffentlichung des Arbeitsmarktbarometers für Januar.

Mit noch mehr Dynamik rechnet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) danach erst mal nicht. „Die großen Beschäftigungssteigerungen wären ohne Zuwanderung nicht möglich gewesen. Die demografische Schrumpfung wird dieser Entwicklung aber in den nächsten Jahren Grenzen setzen“, betonte IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber mit Blick auf die altersbedingt sinkende Zahl von Männern und Frauen im erwerbsfähigen Alter.

Ähnlich gut beurteilen auch die Jobvermittler in den 156 deutschen Arbeitsagenturen die Lage. Bis weit in das Frühjahr hinein seien die Aussichten sehr gut. Sie rechnen nicht nur mit einer steigenden Erwerbstätigen-Zahl, sondern auch mit einem ähnlich starken Rückgang der Arbeitslosenzahlen wie 2017, berichteten sie in der monatlichen IAB-Umfrage. Alle drei Indikatoren des IAB-Arbeitsmarktbarometers bewegten sich deshalb weiter auf hohem Niveau.

Das Ifo-Institut rechnet damit, dass die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Jahr um rund eine halbe Million steigen wird. Die Zahl der Arbeitslosen soll zugleich um fast 200.000 auf 2,356 Millionen schrumpfen. Die deutsche Wirtschaft dürfte 2018 das neunte Jahr in Folge wachsen.

 

 

Kommentare

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  1. Uwe Borchert sagt:

    Hallo,

    die Begründung ist leider fehlerhaft. Die Grenze für das Wachstum sind auf absehbare Zeit definitiv nicht die Menschen im erwerbsfähigen Alter. Gemäß Zahlen von Destatis gibt es noch ausreichend erwerbslose Erwerbspersonen. Für 2016 fand man da 8,5 Mio. in den Daten von Destatis. Die Grenze liegt wo anders. Die Konsumenten werden immer weniger und sie haben immer weniger Geld. Lohndumping, Massenerwerbslosigkeit und Armutsrenten machen sich beim Konsum immer mehr bemerkbar. Das Wachstum ab 2016 war eine Folge der zunehmenden Zahl von Konsumenten. Ganz grob abgeschätzt gibt es mit jeden zusätzlichen Konsumenten 0,2 Arbeitsplatz.

    Da die Begründung für die Entwicklung einen kapitalen Fehler aufweist, bin ich geneigt den Schlußfolgerungen und Prophezeihungen keinen Glauben zu schenken. Dazu kommt noch der Verweis auf sehr fragwürdige Zahlen der BA, welche aber mit Zahlen von DESTATIS schon lange als Luftnummern enttarnt werden können.