Nachhaltigkeit ist wichtiger Wettbewerbsvorteil

Nachhaltiges Wirtschaften gehört zu den wichtigsten Wettbewerbsvorteilen / Standards kontinuierlich weiterentwickeln

In nachhaltig geführten Unternehmen sind Standards bezüglich der Umwelt, der Gesellschaft sowie der Geschäftsführung zu einem unerlässlichen Bestandteil geworden. Sie schützen das Unternehmen, Management und Belegschaft, schaffen Transparenz, bilden Vertrauen bei Kunden und Stakeholdern und stärken Kultur und Unternehmenswert.

Umweltstandards sind in den meisten modernen Volkswirtschaften durch entsprechende gesetzliche Vorschriften und Auflagen wirksam verankert. Nachhaltiges Wirtschaften von international tätigen Konzernen erkennt man daran, dass diese in ihren internationalen Produktionsstätten, die vielfach auch in Schwellen- und Entwicklungsländern angesiedelt sind, die gleichen Umwelt und Ressourcen schonenden Produktionsmethoden einsetzen wie in ihren Stammbetrieben.

Ein gutes Beispiel geben hier die international tätigen Entwicklungsbanken, die International Finance Corporation (IFC), Washington, die European Bank for Reconstruction & Development (EBRD), London, sowie die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG), Köln, die für die von ihnen mitfinanzierten Produktionsstätten in Schwellen- und Entwicklungsländern grundsätzlich Umweltgutachten verlangen, mit denen umweltgerechtes Verhalten sichergestellt bzw. vorgeschrieben werden soll.

Soziale Standards definieren den Schirm, unter dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würdevollen Respekt finden sollten, ebenso wie den Schutz ihrer Gesundheit, die Regeln der Kommunikation, die Chancen der Fortbildung, die Motivation für Verbesserungsmaßnahmen sowie die Verantwortung gegenüber Kunden und der Gesellschaft.

Governance Standards definieren Grundsätze und Leitlinien guter Betriebsführung ebenso wie das Regelwerk für Betriebsrat, Anteilseigner und Management. Sie sichern transparente und verlässliche Managementsysteme. Die kontinuierliche Weiterentwicklung von ESG-Standards leistet einen wichtigen Beitrag zur Wert- und Werteentwicklung eines Unternehmens.

Das Vorhandensein und das jeweilige Niveau von ESG-Standards entwickeln sich für mehr und mehr internationale Investoren und Unternehmen zu einem Kriterium, nach dem entschieden wird, ob mit dem betreffenden Unternehmen eine Geschäftsbeziehung eingegangen werden kann.

Für vorbildliches Handeln steht hier die niederländische Rabobank-Gruppe, die bereits im Jahr 2004 beschlossen hat, nur mit solchen Kunden eine Geschäftsbeziehung einzugehen, die den Prinzipien nachhaltigen Wirtschaftens folgen. Für die Private Equity Industrie wurde das Robeco Sustainable Private Equity Program aufgelegt. Stark steigend ist auch die Anzahl der Unternehmen, die sich verpflichten, dem PRI Reporting Framework – Principles for Responsible Investment der Vereinten Nationen UN PRI zu folgen und diese auch freiwillig einmal pro Geschäftsjahr überprüfen zu lassen.

Dieser Beitrag ist entnommen aus „Profitmaximierung oder Gemeinwohlmehrung. Interne und externe Motive des Umdenkens“ als Teil aus dem Band „Von der sozialen zur ökosozialen Marktwirtschaft“. Erschienen im Springer-Verlag, 2018.

Max W. Römer ist Gründungspartner und Chairman von Quadriga Capital, Gründungsvorstand des Bundesverbands der Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK Berlin, und Past-Chairman von InvestEurope, Brüssel.

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