Autozubehörkette Forstinger rutscht in die Pleite

Forstinger nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten erneut insolvent / Deutliche Umsatzeinbußen

Die Forstinger Österreich GmbH mit Firmensitz in Traismauer mit 820 Mitarbeitern ist zum zweiten Mal insolvent. Ende Januar hatte Forstinger beim Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, für das eine Quote von mindestens 20 Prozent erforderlich ist. Bis zu 15 der 108 Filialen werden wohl schließen müssen, das Unternehmen mit zuletzt 823 Mitarbeitern jedoch fortgeführt werden. Noch steht nicht fest, welche Filialen zugesperrt werden.

Laut Kreditschutzverband (KSV) 1870 sind 823 Dienstnehmer und 364 Gläubiger betroffen. Mit Passiva von 31,2 Millionen Euro handelt es sich um die bislang zweitgrößte Insolvenz in Österreich, gemessen an der Summe der Passiva. Über die Aktiva ist bislang nichts bekannt. Von den 31,2 Millionen Euro sind 27 Millionen Euro unbesichert. Geplant sei eine „Weiterführung ohne Altlasten“.

Größer war nur der Konkurs der NIKI Luftfahrt GmbH mit 153 Millionen Euro. Damit sind die beiden bislang größten Insolvenzen des Jahres 2018 in Niederösterreich anhängig.

Forstinger ist seit 55 Jahren der führende Anbieter von Autozubehör, Ersatzteilen, Reifen und Felgen in Österreich. Nach eigenen Angaben hatte Forstinger in den letzten zwei Jahren wichtige Restrukturierungsschritte wie die Verlagerung und Verkleinerung der Zentrale, die Optimierung des Online-Shops und die Neuausrichtung des Sortiments eingeleitet. Kostenseitig habe man aber aufgrund der Altmietverträge und Altlieferantenverträge die entsprechend notwendigen Einsparungen nicht umsetzen können.

Als Ursache für die Insolvenz gibt die Forstinger GmbH an, dass sie Anfang der 2000er Jahre eine Vielzahl von Filial-Mietverträgen abgeschlossen habe, die „übermäßig lange Kündigungsverzichtsfristen sowie nicht marktkonforme Mietzinse“ beinhalteten. Weiters seien auch „massive Umsatzeinbrüche im Jänner 2018“ zu verzeichnen gewesen.

In den Jahren 2016/2017 erzielte Forstinger einen Umsatz von 111 Millionen Euro. Das war nur wenig mehr als in den Geschäftsjahren 2015/2016, als sich der Umsatz auf 109,5 Millionen Euro belief. In den vorangegangenen Jahren ging der Absatz von etwa 130 auf 80 Millionen Euro zurück. An das Forstinger-Filialnetz sind 104 freie Autowerkstätten angeschlossen.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.