Automatisierung: Produktion könnte nach Österreich zurückkehren

Einerseits kann Industrie 4.0 die Produktivität von Unternehmen wesentlich erhöhen. Andererseits erlaubt Industrie 4.0 einen hohen Grad an Flexibilität.

In einer Studie für das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) untersuchte das Austrian Institute of Technology (AIT) Rückverlagerungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit quantitativen Daten aus einer Unternehmensumfrage. Dabei zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Industrie 4.0-Technologien wie Industrierobotern, Produktionsplanungssystemen oder Cyber-Physical Systems und beobachteten Rückverlagerungen.

Bernhard Dachs, Senior Scientist am AIT Center for Innovation Systems & Policy: „Wir erklären diesen Zusammenhang mit zwei potentiellen Effekten von Industrie 4.0: einerseits kann Industrie 4.0 die Produktivität von Unternehmen wesentlich erhöhen. Andererseits erlaubt Industrie 4.0 einen hohen Grad an Flexibilität, idealerweise die Herstellung individueller Produkte mit den Kostenvorteilen einer Großserienproduktion.“

Ein Lichtblick, aber noch keine Trendwende

Trotz dieser erfreulichen Ergebnisse ist es noch zu früh, um sich von Rückverlagerungen wesentliche Impulse für den Wirtschaftsstandort zu erwarten. Derzeit ist der Anteil von rückverlagernden Firmen mit 5-6 Prozent noch gering. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Industrie 4.0 und steigernden Anforderungen an die Flexibilität und Lieferfähigkeit der Firmen wird für die Zukunft allerdings eine deutliche Zunahme von Rückverlagerungen erwartet.

Ob dadurch auch Arbeitsplätze, die in den letzten Jahren durch Auslagerungen verloren gingen, wieder zurückkommen, ist unsicher. Die Beschäftigungseffekte von Rückverlagerungen werden aufgrund des hohen Automatisierungsgrads vielfach nur gering, meint Studienautor Bernhard Dachs: „Durch Rückverlagerungen werden vor allem hochqualifizierte Beschäftigte profitieren; Arbeitsplätze für Geringqualifizierte, die durch Auslagerungen verloren gingen, werden nicht wieder zurückkommen.“

Der positive Effekt von Rückverlagerungen liegt deshalb in der Steigerung der Flexibilität und damit der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die Industrie 4.0 ermöglicht. Die Steigerungen können allerdings indirekt zu mehr Beschäftigung führen.

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