Credit Suisse droht neuer Ärger in den USA

Rechtsanwälte in den USA versuchen, Sammelklage-Status zu erhalten.

Der Schweizer Großbank Credit Suisse könnte erneut juristischer Ärger ins Haus stehen: Mehrere Anwaltskanzleien hätten in New York eine Sammelklage im Namen von US-Aktionären der Bank eingereicht, berichtet die Schweizer „SonntagsZeitung“. In der Klageschrift seien nicht nur die Bank selbst als Beklagte genannt, sondern auch Bankchef Tidjane Thiam und Finanzchef David Mathers. Das Gericht in New York habe noch nicht entschieden, ob sie zugelassen werde. Die Bank wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Die Zürcher Bank habe die Vorwürfe analysiert und in den letzten drei Jahren Informationsanfragen von Aufsichtsgremien beantwortet, betonte die Credit Suisse per E-Mail. „Alle aufsichtsrechtlichen Überprüfungen wurden ohne jegliche Maßnahmen gegen die Credit Suisse abgeschlossen“, hieß es.

Auslöser der Klage seien Abschreibungen der Bank in Höhe von einer Milliarde Dollar vor gut zwei Jahren, heißt es in dem Bericht. Credit Suisse hatte im vierten Quartal 2015 und im ersten Quartal 2016 im Investmentbanking wegen illiquider Anleihen hohe Wertberichtigungen vorgenommen. Die Aktien der Credit Suisse verloren daraufhin massiv an Wert. Laut den Klägern, zu denen die Pensionskasse der Feuerwehr und Polizei der US-Stadt Birmingham zählt, hätten die Verantwortlichen der Bank die Öffentlichkeit falsch und irreführend über diese risikoreichen Anlagen informiert. Dagegen erklärte die Bank, die Vorwürfe, die Credit Suisse Group AG habe in den Jahren 2015 und 2016 keine wesentlichen Informationen veröffentlicht, seien unberechtigt.

Die Credit Suisse befindet sich im letzten Abschnitt einer Umstrukturierung von drei Jahren, die das Unternehmen auf Beratungsleistungen im Bereich Wealth Management und Investment Banking fokussierte und gleichzeitig den Handel reduzierte – was in den letzten Jahren überraschende Verluste verursachte. Im März 2016 erklärte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Tidjane Thiam, einige der illiquiden Handelspositionen, die Abschreibungen in Millionenhöhe verursachten, seien ohne sein Wissen aufgebaut worden.

 

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