Deutsche Wirtschaft erwartet bessere Geschäfte mit Russland

Größte Risiken sind mögliche weitere Sanktionen der USA.

Die deutsche Wirtschaft rechnet in diesem Jahr erneut mit überdurchschnittlichen Exportzuwächsen im Handel mit Russland. „Ein Plus von acht bis zehn Prozent halten wir für erreichbar“, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Wolfgang Büchele, am Donnerstag in Berlin. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält einen Zuwachs von 15 Prozent für möglich. 2017 hatte es sogar ein Plus von 20 Prozent auf 26 Milliarden Euro gegeben – das erste seit Bestehen der westlichen Sanktionen gegen das Land. Dadurch rückte Russland in der Rangliste der wichtigsten Exportkunden vom 16. auf den 14. Platz vor.

Zu den größten Störfaktoren zählen die Unternehmen in der Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer die Bürokratie, die schwache Konjunktur, die Inflation und die 2014 im Zuge der Ukraine-Krise beschlossenen EU- und US-Sanktionen gegen Russland. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen gaben an, in irgendeiner Weise von den Strafmaßnahmen betroffen zu sein. 94 Prozent sprachen sich für eine sofortige oder schrittweise Aufhebung der Sanktionen aus.

„Sowohl Russland als auch der Westen sind gefordert, sich endlich auf gesichtswahrende Lösungen für beide Seiten zu einigen“, so Büchele.

Jedes dritte in Russland aktive deutsche Unternehmen will in den kommenden zwölf Monaten vor Ort mehr investieren, wofür sie zusammen knapp eine halbe Milliarde Euro ausgeben wollen. Das ergab eine Umfrage des Ausschusses und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer unter 141 Unternehmen. Diese beschäftigen in Russland fast 76.000 Mitarbeiter und setzen dort mehr als elf Milliarden Euro um. „Das ist ein erster Schritt, die Rückgänge der vergangenen Jahre wieder aufzuholen“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Als größtes Risiko für die Geschäfte mit Russland sieht die Wirtschaft mögliche weitere Sanktionen der USA. „Das führt zu einer großen Verunsicherung in den Unternehmen“, sagte Büchele.

 

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