Experten warnen Bundesregierung vor „digitalem Analphabetentum“

Wirtschaft und Gesellschaft stehen vor großen Herausforderungen durch digitale Techniken.

Fachleute warnen mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung vor einem Mangel an geeigneten Nachwuchskräften. Das Angebot an qualifizierten Arbeitnehmern müsse durch neue Schwerpunkte an Schulen und Hochschulen verbessert werden, forderte die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in Berlin anlässlich der Übergabe ihres Gutachtens zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands an Bundeskanzlerin Angela Merkel. EFI-Mitglied Uschi Backes-Gellner warnte vor einem „digitalen Analphabetentum“ und forderte die Einführung von Digitalkunde bereits in der Grundschule.

Aus Sicht der Experten stehen Wirtschaft und Gesellschaft vor großen Herausforderungen durch digitale Techniken. Dabei geht es unter anderem um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz, autonomer Systeme oder dem Umgang mit Big Data. Diese neuen Techniken bergen nach Einschätzung der Experten die Gefahr, dass Deutschland seine bisherigen Vorteile durch die Spezialisierung weiter Teile der Wirtschaft verlieren könnte.

Das Bildungssystem müsse darauf reagieren, sagte EFI-Chef Dietmar Harhoff. „Fähigkeiten in Software- und Algorithmen-Entwicklung beziehungsweise entsprechend spezialisierte Fachkräfte mit digitalen Schlüsselkompetenzen sind wichtige Voraussetzungen für Produktivitätswachstum.“ Neben neuen Lehrplänen müsse an Schulen und Universitäten auch die Ausstattung mit Computern und Internet-Anschlüssen verbessert werden. Die Kommission mahnte, bereits 2016 hätten 70 Prozent der Unternehmen über einen wachsenden IT-Fachkräftemangel geklagt.

 

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