Drei Börsengänge am Schweizer Aktienmarkt

Zwei Technologie-Unternehmen und eine Logistikfirma planen ihren Sprung an die SIX.

Vor kurzem kündigten gleich drei Unternehmen Börsengänge an der SIX an. Der Sensorhersteller Sensirion und die Medizintechnikfirma Medartis wollen in nächster Zeit am Kapitalmarkt auftreten, um ihr Wachstum anzuspornen.

Die 1998 gegründete Technologiefirma Sensirion gehört zu den führenden Herstellern von hochwertigen Sensoren zur Messung und Steuerung von Fluss- und Umweltmessgrössen. Sensirion beschäftigt Mitarbeitende unter anderem in den USA, Südkorea, Japan, China, Taiwan und Deutschland. Geforscht, entwickelt und produziert wird am Hauptsitz Stäfa am Zürichsee.

Medartis, gegründet im Jahr 1997, produziert innovative Implantate. Ihre Technologien werden insbesondere bei gelenkbeteiligten und komplexen Frakturen eingesetzt. Das Unternehmen beschäftigt 476 Mitarbeiter am Hauptsitz in Basel und in den Tochtergesellschaften. 2017 erzielte die Firma einen Umsatz von 105 Millionen Franken – und ein operatives Ergebnis von 19 Millionen Franken.

Insidern zufolge steht auch ein weiterer Börsen-Neuzugang an: Der Finanzinvestor Apollo will die Logistikfirma Ceva noch vor dem Sommer an die Börse bringen, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Schweizer SIX, an der bereits die in ähnlichen Bereichen tätigen Unternehmen Kühne+Nagel und Panalpina gelistet sind, sei dabei eine Option. Apollo werde von Rothschild beraten.

Zudem habe der Investor Morgan Stanley und Credit Suisse als federführende Banken für den Deal beauftragt. Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden könnte dabei mit rund drei Milliarden US-Dollarinklusive Schulden bewertet werden. Mit einem Teil der Einnahmen aus einem möglichen Börsengang will das Unternehmen seine Schulden von derzeit 2,1 Milliarden US-Dollarverringern.

Apollo, Ceva, Morgan Stanley und Credit Suisse wollten sich dazu nicht äußern. Rothschild war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Apollo hatte die früher als TNT Logistics bekannte Firma 2006 von der niederländischen Post- und Telekomfirma KPN gekauft und sie später mit dem US-Rivalen EGL fusioniert. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen bei einem Umsatz von sieben Milliarden US-Dollareinen operativen Gewinn (Ebitda) von 280 Millionen US-Dollar.
Ein Verkauf von Ceva an den französischen Rivalen Goedis für geschätzte 2,8 Milliarden US-Dollar war im vergangenen Jahr nach monatelangen Verhandlungen gescheitert, hatten Insider damals berichtet.

Die Welle an Erstnotierungen (IPOs) ist auch ein Anzeichen dafür, dass die Verunsicherung nach dem jüngsten Kurseinbruch überwunden ist. Erfahrungsgemäss wagen Unternehmen den Schritt an den Wertpapiermarkt erst dann, wenn Investoren bereit sind, Wagnisse einzugehen.

 

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