Deutsche Auto-Branche hat in den USA viel zu verlieren

US-Präsident Donald Trump hat im Handelskonflikt mit Europa nach der Ankündigung von Zöllen auf Stahl und Aluminium auch Abgaben auf Autoimporte angedroht.

Er beklagte ein „großes Handelsungleichgewicht“. Aufgrund der starken Stellung der deutschen Autobauer in den USA sowie der schwachen Präsenz amerikanischer Hersteller hierzulande verfügt die US-Regierung über die Möglichkeit, einen Handelskrieg gegen Deutschland zu gewinnen.

Der Volkswagen-Konzern, Daimler und BMW steigerten 2017 den Absatz von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den USA um ein Prozent auf 1,35 Millionen Stück. Der Gesamtmarkt schrumpfte dagegen um knapp zwei Prozent auf 17,1 Millionen Neufahrzeuge. Einschließlich Transportern und Pickups stieg der Marktanteil der Deutschen leicht auf 7,9 Prozent. Bei Pkw stieg er fast um einen Prozentpunkt auf 12,7 Prozent. Im Luxussegment stammen vier von zehn Autos in den USA von deutschen Herstellern.

Analysten zufolge könnte ein umfangreicher Handelskrieg zwischen den USA und der EU das Wirtschaftswachstum in Deutschland um etwa ein Prozent verringern, berichtet der englischsprachige Dienst von Reuters.

Umgekehrt ist in Deutschland Ford der größte US-Hersteller und zugleich die stärkste ausländische Marke mit einem Anteil von 7,2 Prozent (knapp 250.000 Fahrzeuge) 2017. Den deutschen Autobauer Opel verkaufte der US-Mutterkonzern General Motors im August an den französischen Autobauer PSA. Opels Marktanteil von sieben Prozent zählt deshalb nicht mehr zu den US-Hersteller. Als dritter der großen Drei aus den USA hat Chrysler, mittlerweile verschmolzen mit Fiat aus Italien, mit der Marke Jeep bei gut 13.000 Neuwagen einen Anteil von 0,4 Prozent. Der Elektroautobauer Tesla verkaufte rund 3.300 Exemplare (0,1) Prozent. Zusammen kommen die Amerikaner also auf knapp acht Prozent.

 

 

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