VW rechnet mit erfolgreicher Rückkehr des Diesel-Antriebs

Nach wie vor komfortables Fahrkonzept / Diesel spielt tragende Rolle bei der schrittweisen Verringerung der CO2-Emissionen

Volkswagen rechne damit, dass die Kunden schon bald wieder in großen Zahlen Fahrzeuge mit Diesel-Antrieb kaufen werden, berichtet Bloomberg.

Der Diesel wird in nicht allzu weit entfernter Zukunft eine Renaissance erleben, weil Leute, die einen Diesel fuhren, realisieren werden, dass es sich dabei um ein sehr komfortables Fahrkonzept handelt“, wird der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller von Bloomberg zitiert. „Sobald sich herumspricht, dass der Diesel tatsächlich vergleichsweise öko-freundlich ist, gibt es keinen Grund mehr, kein Diesel-Auto zu kaufen.“ Die Manipulationen von Abgastests durch Volkswagen im Jahr 2015 lösten einen noch immer andauernden Abwärtstrend von Diesel-Fahrzeugen bei den Verkaufszahlen in Deutschland aus. Lag der Anteil der Diesel-Fahrzeuge bei den Neuverkäufen im Jahr 2015 noch bei etwa 50 Prozent, so sind es derzeit etwa 30 Prozent.

Der Konzern hat insgesamt etwa 30 Milliarden Dollar zur Seite gelegt, um Strafen in Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal bezahlen zu können.

Leipziger Urteil verstärkt Unsicherheit

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig, wonach deutsche Städte ab sofort eigenmächtig Fahrverbote für Diesel-Autos verhängen können, hat die Unsicherheit um die Technologie noch verstärkt. Länder wie China, Frankreich und Großbritannien hatten in der Vergangenheit angekündigt, den Diesel schrittweise aus dem Straßenverkehr zu verbannen.

Der große Vorteil von Diesel gegenüber Benzin-Antrieben besteht darin, dass Diesel deutlich weniger Kohlenstoffdioxid (CO2) als Benzin bei der Verbrennung erzeugt. CO2 wird von der EU als klimaschädlich angesehen, und die Emissionen sollen dementsprechend verringert werden. Der Diesel spielt deshalb eine tragende Rolle bei der schrittweisen Verringerung der CO2-Emissionen in Europa.

Erreichung der CO2-Ziele

Wir brauchen den Diesel für die Erreichung der CO2-Ziele“, wird der VW-Markenvorstand Herbert Diess zitiert. „Elektroautos werden Kunden, die viel fahren müssen, in vielen Fällen nicht überzeugen können.“ Tatsächlich besteht der größte Nachteil der Elektroautos neben der geringen Reichweite und den langen Ladezeiten in der Tatsache, dass der Bau von Autobatterien extrem energieintensiv ist und eine Zahl seltener Rohstoffe verbaut werden, deren Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen sind.

Überhaupt ist bis heute nicht klar, woher die zusätzlichen Mengen Strom kommen sollen, die bei einem möglichen breiten Durchbruch der Elektromobilität benötigt werden.

Der deutliche Rückgang bei den Diesel-Verkaufszahlen macht sich bereits in höheren CO2-Emissionen bemerkbar. Dem Autobauer Daimler zufolge waren die durchschnittlichen CO2-Emissionen seiner Fahrzeuge im vergangenen Jahr gestiegen, weil die Kunden mehr Benziner und größere Autos kauften.

Die EU schreibt vor, dass Autos europäischer Hersteller bis zum Jahr 2021 nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfe. „Die Spielregeln der EU in Bezug auf den Klimaschutz und die Emissionsziele für CO2 sind so herausfordernd, dass die Regierungen nicht um den Diesel herumkommen“, sagt Müller.

 



Kommentare

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  1. syssiphus sagt:

    „Die EU schreibt vor“ und die Bürger haben einen Kloß im Hals.Der Ablasshandel wie im Mittelalter, wurde wieder eingeführt.Merkel will das Klima retten und alle Hungernden der Erde dazu,koste es was es wolle.Dabei ist es egal ob wir dabei draufgehen,Haupsache ihre Hirngespinste werden realisiert.

  2. Karl sagt:

    Die werden es erst kapieren wenn die Welt elektrisch fährt. Und das wird hauptsächlich im größten Automarkt in China entschieden nicht in Deutschland. Der saubere Diesel ist eine Utopie, wenn es kalt wird in Deutschland also unter 15 Grad funktioniert die Abgasreinigung aus technischen Gründen nur eingeschränkt auch bei Euro 6d Dieseln, dann kommen wieder hohe Mengen an NOX in die Umwelt bis das System warm ist. Im Winter bei Minusgraden braucht ein großer Dieselmotor, ich fahre einen 2,0 TDI, mehr 20 km um eine Wassertemperatur von 80 Grad zu erreichen. Und der große kalte Motorblock mit fast 6 Liter Ölvolumen muß erst mal warm werden genau wie das Abgassystem das bei niedrigen Temperaturen nicht funktionieren kann, da gibt es nur geringe Chemische Reaktionen. Ein Elektroauto ist sofort sauber auch in Stuttgart oder München und auch bei -20 Grad. Und auch im Winter haben die neuen e-Autos schon mehr 200 km Reichweite im Sommer 400km. Ich fahre im Schnitt am Tag nur 80km was schon mehr als doppelt soviel ist wie der Durchschnittsfahrer der nur 35km pro Tag fährt. Wenn ich überlege bin ich seit den letzten Jahren nur 4 mal mehr wie 400km am Stück gefahren. Somit werde ich wohl meinen 4 Jahre alten Euro 5 Betrugsdiesel verkaufen weil in einem Jahr bekommt man dann gar nichts mehr dafür (natürlich mit Verlust) und mir ein e-Auto kaufen das 99% meiner Fahrten abdecken kann und dabei in der Stadt Stuttgart absolut sauber ist (Null Abgase) und darauf kommt es ja schließlich an. Und der Anteil an sauberem Strom wird ja hoffentlich in dem Kohlestromland Deutschland auch immer besser.

    • syssiphus sagt:

      Ihren Frust über die haltlosen Versprechungen der Hersteller in Ehren,aber die Schönmalerei der z.Zeit verfügbaren e-Autos,ist einfach nicht richtig.Die Umweltbilanz für ein e-Mobil ist, wenn sie sauber eruiert wurde auch garnicht sooo berauschend.Wer am Laternenmast aufladen will,wird eventuell eine Pleite erleben,weil auch deren Anzahl begrenzt ist und es mehr Fahrzeuge,als Laternenmaste geben dürfte.Solche Wortmeldungen verfassen meist Eigenheimbesitzer (mit Garage) und deren Zahl ist auch begrenzt.Weder genügend Rohstoffe für die Herstellung der Batterien,noch die Tauglichkeit im Winter sind derzeit gelöst und die stolzen Preise sind auch ein Ausschlußargument.Mann/Frau muss auch die nötige Kohle dafür haben,falls sie nicht Mitglieder in der Partei der „Besserverdienenden“ sind.