Österreichs Konjunktur ohne Schwäche-Zeichen

Kaum Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunktur / Positive Geschäftssituation / Arbeitsmarkt entwickelt sich günstig

Die Wirtschaft wächst derzeit in Österreich wie international kräftig und dürfte ihren Schwung in den kommenden Monaten beibehalten. Der österreichische Arbeitsmarkt erholt sich weiter, wenngleich die Arbeitslosigkeit anhaltend hoch ist. Die Inflation ging zuletzt etwas zurück, und auch das Inflationsdifferential zum Euro-Raum verringerte sich etwas.

Die Weltwirtschaft expandiert weiterhin kräftig und dürfte sich auch in den kommenden Monaten schwungvoll entwickeln. In den USA nahm das BIP im IV. Quartal mit +0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal deutlich zu. Insbesondere der private Konsum und die Investitionen wurden kräftig ausgeweitet. Die Konjunkturindikatoren verbesserten sich zuletzt neuerlich und liegen auf äußerst hohem Niveau. Die gute Stimmung und die günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt lassen auch weiterhin eine hohe Konsumdynamik erwarten. Eine niedrige Erwerbsquote und das Ausbleiben einer Beschleunigung der Inflation deuten darauf hin, dass die Arbeitskräftereserven in den USA noch nicht ausgeschöpft sind.

Dennoch nahmen die Risiken für die Konjunktur in den USA zuletzt zu. Die Aktienkurse wurden seit Jahresbeginn merklich volatiler, die Sparquote der privaten Haushalte liegt auf ihrem niedrigsten Wert seit 2005, und das Volumen der Konsumentenkredite erhöhte sich deutlich. Auch die Immobilienpreise zogen in den vergangenen Jahren wieder stark an. Hingegen ist die Verschuldung der privaten Haushalte in Relation zum verfügbaren Einkommen noch wesentlich niedriger als 2008.

Im Euro-Raum ist die Konjunktur ebenfalls kräftig. Das BIP stieg im IV. Quartal saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent. In Deutschland, Frankreich und Spanien und in vielen kleineren Ländern des Euro-Raumes wuchs die Wirtschaft stark. Auch die Einschätzungen der aktuellen Lage und der künftigen Entwicklung sind weiterhin positiv, wenngleich sie sich zuletzt etwas eintrübten. Die Konjunkturdynamik dürfte also in den kommenden Monaten anhalten. Dazu trägt auch die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei. Die Arbeitslosenquote erreichte im Euroraum im Jänner mit 8,6 Prozent den niedrigsten Wert seit acht Jahren. In vielen Ländern ist die Arbeitslosigkeit jedoch hoch, und es bestehen noch erhebliche Arbeitskräftereserven. Die Inflation (HVPI [harmonisierte Verbraucherpreisindex] nach erster Schätzung im Februar +1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) blieb bislang verhalten.

Auch in Österreich wuchs die Wirtschaft im IV. Quartal kräftig. Das BIP nahm saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Prozent zu. Die Expansion wurde dabei vor allem vom Export und den Bruttoanlageinvestitionen getragen. Zudem stützte die robuste Ausweitung des privaten Konsums die Konjunktur. Diesen Schwung wird die österreichische Wirtschaft in den kommenden Monaten voraussichtlich beibehalten. Die Unternehmen schätzen ihre aktuelle Lage und die künftige Geschäftssituation laut WIFO-Konjunkturtest weiterhin äußerst positiv ein. Insbesondere in der Sachgütererzeugung verbesserten sich die Erwartungen neuerlich, während sie sich im Dienstleistungsbereich etwas eintrübten. Das Verbrauchervertrauen ist ungebrochen hoch.

Der österreichische Arbeitsmarkt entwickelt sich ebenfalls günstig. Die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten war im Jänner um 104.200 höher als im Vorjahr (+3 Prozent). Insbesondere in der Sachgütererzeugung schlug sich die gute Konjunktur in einem starken Beschäftigungsanstieg nieder. Zudem begünstigte das warme Wetter im Jänner die Arbeitskräftenachfrage der Bauwirtschaft. Die Arbeitslosigkeit ging im Februar im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat ebenfalls, war aber mit 7,9 Prozent nach nationaler Definition immer noch deutlich höher als vor der Finanzmarkt- und Wirt­schaftskrise.

Die Inflationsrate (VPI) sank im Jänner auf 1,8 Prozent (HVPI +1,9 Prozent). Das relativ hohe Inflationsdifferential zum Euro-Raum verringerte sich etwas. Am meisten trugen die Kosten von Wohnung, Wasser, Energie sowie Restaurants und Hotels zur Inflation bei.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.