Elektroindustrie fürchtet Handelskrieg mehr als Strafsteuern

Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie fürchtet Strafzölle kaum / Angst vor Vergeltung seitens der USA

Für den Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) stellt die Aussicht auf die allgemeine Verschlechterung der Handelsbeziehungen mit den USA eine größere Bedrohung dar als Strafzölle auf einzelne Export-Produkte. Deren Nachfrage ist mitunter vergleichsweise preisunelastisch, so ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann im Gespräch mit den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Zum einen, weil Qualitätsmerkmale eine wichtige Rolle spielen, zum anderen, weil es sich vielfach um Nischenprodukte handelt.

Mehr Angst hat der ZVEI vor einer umfassenden Verschlechterung der europäisch-amerikanischen Handelsbeziehungen. Die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) seien der richtige institutionelle Rahmen, um Handelskonflikte unter ihren Mitgliedern beizulegen. „Wenn die liberale, multilaterale und regelbasierte Ordnung untergraben wird und es zu ungeordneten Aktionen und gegenseitigen Vergeltungsmaßnahmen kommt, werden am Ende alle davon in Mitleidenschaft gezogen“, so Gontermann, „auch unsere Branche“.

Die deutsche Elektroindustrie exportierte 2017 Güter im Wert von 17,1 Milliarden Euro in die USA (knapp neun Prozent ihrer Gesamtexporte). Rund ein Drittel davon entfiel auf mittelständische Unternehmen. Der Import aus den USA belief sich auf 10,3 Milliarden Euro. Die USA sind nach China der zweitwichtigste Handelspartner und zweitgrößter Auslandsinvestitionsmarkt der Branche. Der Gesamtexport deutscher Elektrogüter betrug 2017 194,5 Milliarden Euro. Der Gesamtimport belief sich auf 181,5 Milliarden Euro. Exportiert werden vor allem Produkte aus den Bereichen Automatisierung, Medizintechnik und Energietechnik. Importiert werden in erster Linie Güter aus der Elektronik und Unterhaltungselektronik.

 

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