Deutsche Bauwirtschaft mit Auftragseinbruch im Januar

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat die deutsche Bauwirtschaft einen schwachen Jahresauftakt erwischt.

Die Aufträge im Bauhauptgewerbe fielen im Januar saison-, arbeitstäglich- und preisbereinigt 12,8 Prozent niedriger aus als im Dezember, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. „Dieser Rückgang ist insbesondere auf den außergewöhnlich hohen Auftragseingang des Vormonats zurückzuführen“, hieß es zur Begründung. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich – November bis Januar gegenüber August bis Oktober – stieg das Auftragsvolumen dagegen um 13,6 Prozent.

Positiv fällt die Bilanz auch im Vergleich zum Januar 2017 aus. Die Auftragseingänge summierten sich auf rund fünf Milliarden Euro – ein Plus von 9,9 Prozent und der höchste Wert in einem Januar seit 23 Jahren. Die Stimmung im Bauhauptgewerbe hat sich im März aufgehellt, wie die monatliche Ifo-Umfrage unter Managern ergab. „Der Grund waren merklich optimistischere Geschäftsaussichten“, so die Ifo weiter. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich minimal und erreichten erneut ein Rekordhoch.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland war 2017 erstmals seit zehn Jahren gesunken. Sie fiel um 7,3 Prozent oder 27.300 auf 348.100, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. „Von 2008 bis 2016 waren die Zahlen kontinuierlich gestiegen“, hieß es dazu. Vor allem der Rückgang bei Flüchtlingsunterkünften trug dazu bei. Der Bundesverband der Bauindustrie rechnet in diesem Jahr mit der Fertigstellung von etwa 320.000 Wohnungen, was zwar einer Verdoppelung im Vergleich zu 2010 entspreche, aber den Bedarf um mindestens 30.000 unterschreite.

Die Genehmigungen für Einfamilienhäuser sanken im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent oder 4700, die für Zweifamilienhäusern um 2,7 Prozent oder 600 Wohnungen. „Die Zahl der Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser blieb dagegen nahezu unverändert“, erklärten die Statistiker. Bei Wohnheimen, zu denen Flüchtlingsunterkünfte zählen, gab es einen Einbruch von 41,0 Prozent oder 10.500 Wohnungen. Wird dieser Bereich ausgeklammert, wären die Genehmigungen nur um 1,9 Prozent gefallen.

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