Ausländische Händler strömen in die Schweiz

Eine wachsende Zahl ausländischer Einzelhandelsketten eröffnet Filialen in der Schweiz – gleichzeitig steigt die Anzahl der einheimischen Geschäfte, die schließen.

Die Zahl der ausländischen Einzelhandelsketten in der Schweiz wächst stetig. Gleichzeitig müssen viele einheimische Detailhändler zumachen. Das berichtet der Tages-Anzeiger.
Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts GFK haben seit 2010 weit über 5000 Schweizer Geschäfte geschlossen (das entspricht circa einem Laden pro 1500 Einwohner). Im gleichen Zeitraum haben sich über 100 ausländische Handelsketten im Land niedergelassen. Zwar sei der Einstieg in den Schweizer Markt für ausländische Händler mit relativ hohen Hürden verbunden, so Thomas Hochreutener von der GFK. Er lohne sich aber dennoch, weil die Margen aufgrund der hohen Kaufkraft der Konsumenten hoch seien. Darüber hinaus herrschten in der Schweiz gute Rahmenbedingungen, sagt Thomas Lang von der Unternehmensberatung Carpathia. So sei zum Beispiel die Zusammenarbeit der Sozialpartner stärker von einem Miteinander als von einem Gegenander geprägt, als das in anderen Ländern der Fall sei.

Das Interesse der ausländischen Ketten an einer Präsenz in der Schweiß wächst auch deshalb, weil die Zahl der für den Markteinstieg notwendigen Läden sinkt. Früher waren zur Durchdringung des Schweizer Markts rund 15 Geschäfte notwendig. Heute reichen dafür eine Handvoll sogenannter Flagshipstores (Vorzeige-Filialen). Fünf Standorte in Zürich, Genf, Bern, Basel und Lausanne entfalten eine solche Marketing-Wirkung, dass es möglich ist, nach einer gewissen Zeit den Rest des Landes per Online-Versand zu beliefern.

Einheimische Ketten können aufgrund des hohen Lohn- und Kostenniveaus in der Schweiz mit den ausländischen Ketten meist nicht konkurrieren. „Die Entwicklung der Ladenschließungen wird sich rasch und massiv fortsetzen“, prognostiziert Thomas Hochreutener.

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