Österreich öffnet Börsen für den Mittelstand

Die Bundesregierung plant eine Reihe von Gesetzesänderungen zur Stärkung des Kapitalmarkts.

Die Regierungsparteien wollen eine Reihe von Gesetzesänderungen einbringen, um
den Kapitalmarkt zu stärken und damit den Wirtschaftsstandort Österreich zu fördern.
Das berichtet der Standard.

Die wichtigste Maßnahme ist die Erlaubnis für Mittelständler und Start-ups, in Zukunft
auch Inhaberaktien auszugeben. Bisher dürfen sie nur Namensaktien emittieren. Bei
Inhaberaktien handelt es sich um „anonyme“ Wertpapiere, die formlos übertragbar
sind. Namensaktien dagegen sind Wertpapiere, deren Inhaber ins Register der
Aktiengesellschaft eingetragen wird, was den Handel mit ihnen verkompliziert.
Die neue Regelung soll es Mittelständlern und Start-ups erleichtern, in Zukunft durch
die Ausgabe von Inhaberaktien Kapital aufzunehmen, und zwar am Dritten Markt der
Wiener Börse. Am Dritten Markt dürfen auch Firmen agieren, deren Wertpapiere
nicht zum sogenannten Amtlichen Handel zugelassen sind. Dieser ist nur
Unternehmen vorbehalten, die äußerst strenge Zulassungsvorschriften erfüllen, was
Mittelständlern und Start-ups in der Regel unmöglich ist.

Geplant ist auch eine Evaluierung des 1997 erlassenen
Unternehmensreorganisationsgesetzes (ORG). Das Gesetz regelt unter anderem die
Restschuldenbefreiung und Restrukturierung von Unternehmen, die von Insolvenz
bedroht sind. Zur Anwendung gelangte das OG jedoch nur selten. Die Gründe sollen
jetzt herausgearbeitet werden, um die Regelungen und Vorschriften des Gesetzes
praxistauglicher zu gestalten.

Eine weitere Reihe von bestehenden Gesetzen und Vorschriften soll auf den
Prüfstand kommen. So sollen die Gebühren für Börsengänge gesenkt werden.
Außerdem sollen die Rechtsgeschäftsgebühren abgeschafft werden, weil sie
aufgrund ihrer Komplexität ein hohes Maß an Rechtsunsicherheit bergen. Und
schließlich soll das Kapitalmarktrecht modernisiert und an die heutige Praxis

angepasst werden. Dafür sollen das Pfandbriefgesetz harmonisiert, das
Prospektrecht geändert und ein Schuldverschreibungsrecht geschaffen werden.

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