Schweiz rechnet mit starkem Anstieg der Zuwanderung

In der Schweiz ist eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten. Die gute Wirtschaftslage schafft neue Jobs und lässt die Zuwanderung wieder steigen. Die Arbeitslosigkeit bleibt dennoch hoch.

Der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOF zufolge wachse die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2018 wieder stärker. Ihrer Prognose nach werde das Bruttoinlandsprodukt um 2,5 Prozent zulegen. Damit einher gehe ein weiterer Effekt: „Als Folge der guten Konjunktur in den Jahren 2018 und 2019 ist mit mehr Zuwanderern zu rechnen“, zitiert die Aargauer Zeitung den KOF-Arbeitsmarktspezialist Michael Siegenthaler.

Zuletzt sah die Situation in der Schweiz anders aus. Wie das Blatt berichtet, habe ab 2013 die Nettozuwanderung nachgelassen – bis 2017 um mehr als ein Drittel auf noch 53.000 Menschen. „In diesem Jahr würden nun netto wieder 5000 bis 15.000 mehr Menschen einwandern“, so die Prognose der Experten zu Jahresbeginn. Seither hätten sich die Wirtschaftsaussichten aber nochmals verbessert. Mittlerweile sind die meisten Institute überzeugt: „Die Wirtschaft wird (…) tendenziell eher noch mehr zusätzliche Mitarbeiter brauchen.“ Bis zu 68.000 Menschen würden per Saldo zuwandern. 75.000 neue Stellen würden allein 2018 wieder geschaffen, so die KOF-Prognose.

Dem Schweizer „Jobwunder“ steht allerdings eine steigende Arbeitslosenquote gegenüber. „2002 war die Arbeitslosenquote, wie sie international vergleichbar berechnet wird, noch bei noch 3,5 Prozent. 2017 war sie auf 4,8 Prozent hinaufgeklettert. Ende 2017 zählte das Bundesamt für Statistik in der Schweiz über 220.000 Menschen als arbeitslos“, schreibt die Zeitung.

Eine Erklärung der gegensätzlichen Trends wäre dem Blatt zufolge die sogenannte Verdrängungsthese: „Neu zugewanderte Mitarbeiter drücken bereits in der Schweiz ansässige Mitarbeiter aus dem Arbeitsmarkt.“ Eine andere Erklärung sei, dass der Arbeitsmarkt weniger reibungslos funktioniere als früher. Arbeitslose und Unternehmen fänden vermehrt nicht zueinander – etwa weil neue Jobs nicht dort entstünden, wo Arbeitslose leben wollen. Oder Unternehmen suchten andere Fähigkeiten, als sie Arbeitslose hätten.

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