Chef gesucht: Schweizer Unternehmen haben Nachfolger-Problem

Mehr als jedes achte Schweizer Unternehmen hat ein Nachfolger-Problem.

13,4 Prozent aller Schweizer Unternehmen haben Schwierigkeiten, rechtzeitig einen Nachfolger für den ausscheidenden Inhaber zu finden. Das ergab eine Studie des Wirtschafsdiensts Bisnode. Insgesamt haben knapp 74.000 der rund 550.000 Schweizer Unternehmen die in den nächsten Jahren anstehende Nachfolge in ihrer Chefetage noch nicht geregelt. Unternehmen ohne Inhaber droht die Liquidierung.

Betroffen sind vor allem Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern. Von den 502.000 Firmen dieser Kategorie haben 68.000 noch keinen neuen Chef gefunden (13,6 Prozent). Bei den Unternehmen mit einer Belegschaft von zehn bis 49 Mitarbeitern sind 5.300 von insgesamt 41.000 betroffen (13 Prozent). Bei Firmen mit 50 und mehr Beschäftigten sind es 450 von 6600 (6,8 Prozent).

Die meisten Unternehmen ohne Nachfolgeregelung kommen aus dem Druck- und Verlagsgewerbe (20,2 Prozent). Stark betroffen sind auch Architekturbüros (17,3 Prozent), das Autogewerbe (16,6 Prozent) und der Einzelhandel (16,4 Prozent). Niedrige Zahlen haben vor allem die Telekommunikations- und die IT-Branche zu verzeichnen (8,6 beziehungsweise 9,2 Prozent).

Bei den Rechtsformen sind besonders die Einzelunternehmen mit 20,5 Prozent noch ausstehender Nachfolgeregelungen betroffen. Am geringsten fällt die Zahl bei den Kollektivgesellschaften aus (7,5 Prozent). Was die regionale Verteilung angeht, so weist die Nordwestschweiz mit 15,4 Prozent den höchsten Wert auf. Den niedrigsten Wert verzeichnet das Tessin (10,4 Prozent).

Im Durchschnitt nimmt eine Übergabe vier Jahre in Anspruch. Übernimmt ein Familienmitglied das Unternehmen, was bei 41 Prozent aller Übergaben der Fall ist, sind es 6,6 Jahre. Wenn sich Angestellte einkaufen (19 Prozent aller Übergaben), sind es 3,3 Jahre. Mit 1,6 Jahren am kürzesten dauert die Übergabe an externe Käufer (40 Prozent der Übergaben).

Insgesamt sind fast genau zehn Prozent aller 5,01 Millionen Arbeitsplätze in der Schweiz von der Nachfolge-Problematik betroffen.

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