Neue EU-Quoten bedrohen Schweizer Aluminium-Industrie

Importquoten der EU belasten Schweizer Aluminiumhersteller / US-Strafzölle als weiteres Problem

Von der EU geplante Importquoten auf Aluminiumprodukte könnten die Schweizer Aluminiumhersteller in Bedrängnis bringen. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, dürften Schweizer Hersteller dann nur noch in beschränktem Umfang Produkte in die EU-Länder ausführen.

Auf alle Produkte, die über einem bestimmten Grenzwert liegen, müssten dann Importzölle gezahlt werden. Hintergrund des geplanten Vorgehens sei, dass die EU seit der Einführung von Strafzöllen der USA auf Aluminium- und Stahlimporten befürchtet, vor allem von chinesischen Lieferungen überschwemmt zu werden, berichtet die NZZ.
Die EU ist der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für Schweizer Aluminiumproduzenten. Etwa 200.000 Tonnen beziehungsweise 85 Prozent des Gesamtvolumens aller Exporte gehen in den Markt. Rund 10.000 Menschen arbeiten in der Aluminiumindustrie des Landes.

Der Aluminium-Verband Schweiz verlangt vom Bundesrat in einem offenen Brief nun, eine Befreiung vom geplanten EU-Quotensystem zu erwirken. Zudem solle dieser bei der US-Regierung vorstellig werden, damit die Schweiz auch von den US-Strafzöllen ausgenommen werde, berichtet die NZZ.

Aus einer Umfrage von Deloitte unter Schweizer Firmen geht hervor, dass etwa 40 Prozent im vergangenen Jahr durch protektionistische Maßnahmen anderer Länder negative Auswirkungen auf ihren Geschäftserfolg erlebten. Rund 85 Prozent rechnen damit, dass der Welthandel in den kommenden drei Jahren komplexer wird.

„Weltweit steigende Zölle begünstigen zwar einzelne Unternehmen, sie wirken aber faktisch wie Steuern, lähmen die Weltwirtschaft und führen zu höheren Konsumentenpreisen. Es entstehen Überangebote, Unternehmen geraten unter Druck und das Welthandelssystem beginnt zu wanken. Gerade für die Schweiz, die nicht Teil der EU ist und ihren wirtschaftlichen Erfolg zu einem wesentlichen Teil dem Freihandel verdankt, könnte diese Entwicklung tiefgreifende Folgen haben“, schreibt Deloitte.

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