Private Equity: Investoren sehr am Mittelstand interessiert

Die Zahl der Private-Equity-Investoren in Europa steigt stark an / Gewinner sind Klein- und mittelständische Unternehmen

Im vergangenen Jahr haben Investoren weltweit so viel in europäische Unternehmen investiert wie nie zuvor. Nach einer Studie der Wirtschaftsgesellschaft Invest Europe wurden rund 71,7 Milliarden Euro als Kapitalbeteiligungen angelegt, berichtet die Financial Times. Besonders Klein- und mittelständische Unternehmen profitieren.
Grund für die starken Investitionszuwächse ist laut Michael Collins, dem Geschäftsführer von Invest Europe, das starke Interesse globaler Unternehmen an niedrigverzinslichen Kapitalanlagen in ökonomisch aufstrebenden Wirtschaftsbranchen. Seit 2006 steigen sie jährlich um durchschnittlich 12 Prozent an.

Ziel der Private-Equity-Investoren ist es, durch eine kurz- bis mittelfristige, drei bis siebenjährige, Kapitalbereitstellung Unternehmensbeteiligungen zu erwerben und so innerhalb kurzer Zeit hohe finanzielle Renditen zu erzielen. Erreicht werden selbige durch die Spanne zwischen dem eingesetzten Eigenkapital und den Erlösen bei Wiederveräußerung der Geschäftsanteile. In den vergangenen Jahren haben Private Equity-Unternehmen Renditen zwischen 15 und 25 Prozent erzielt. Finanzwirtschaftlich interessant für Anleger sind Private Equity-Beteiligungen an Unternehmen, die ihre Gründungsphase bereits hinter sich gelassen und ihre Produkten am Markt etabliert haben.

Hauptnutzer dieser Kapitalanlageform sind zum größten Teil weltweit agierende Familien- und nicht-börsennotierte Unternehmen. Ihr Investitionskapital stammt aus privaten Pensions- und Vermögensfonds. Im vergangenen Jahr kam 29 Prozent des Investitionskapitals aus privaten Pensionsfonds.

Fast 90 Prozent KMU

Im Vergleich zu 2016 sind die Private Equity-Beteiligungen 2017 um rund 29 Prozent gestiegen. Gewinner sind insbesondere Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU). Von den rund 7.000 geförderten Betrieben sind 87 Prozent im Bereich der KMU angesiedelt. Ein Jahr zuvor beliefen sich die Kapitalbeteiligungen auf rund 6.000 Betriebe. Als für Anleger wirtschaftlich attraktiv galten im vergangenen Jahr insbesondere Unternehmen der Dienstleistungs- und IT-Branche. Sie erhielten rund 24,4 Prozent und 17 Prozent (IT) der gesamten Kapitalinvestitionen. Verglichen mit dem Jahr 2016 sind die Investitionen in diesen Branchen um 18 (Dienstleistungen) beziehungsweise sechs Prozent (IT) gewachsen.

Frankreich und Benelux-Staaten beliebt

Die meisten Kapitalbeteiligungen erhielten Unternehmen in Frankreich und den Benelux-Staaten mit rund einem Drittel der Gesamtinvestitionen. Etwa 26 Prozent investierten Anleger in britische und irische Unternehmen. An osteuropäische Betriebe gingen rund fünf Prozent aller Gesamtinvestitionen.

Im vergangenen Jahr ist das Wirtschaftswachstum innerhalb der EU im Vergleich zu 2016 um rund 2,4 Prozent von rund 14,91 Milliarden Euro auf 15,32 Milliarden Euro gestiegen. Der britische und irische Anteil am EU-weit erzielten Bruttoinlandsprodukt lag in 2017 bei 2,29 und 0,27 Prozent. Frankreich und die Benelux-Staaten trugen mit insgesamt 3,34 Prozent zum Ergebnis bei.

Für internationale Investoren ist die EU als Markt für mittelfristige Geldanlagen seit mehreren Jahren interessant. Im vergangenen Jahr spekulierten insbesondere US-amerikanische und asiatische Unternehmen auf finanzielle Renditen. Laut Collins erreichte die Mittelbereitstellung US-amerikanischer Investoren im vergangenen Jahren erneut einen Höchststand.

Bis Ende von 2019 erwarten Ökonomen einen Anstieg des Wirtschaftswachstums in den einzelnen EU-Staaten zwischen 1,1 und 3,9 Prozent. Ein besonders hohes Wirtschaftswachstum prognostizieren sie Irland (rund 3,9 Prozent) und der luxemburgischen Wirtschaft (3,5 Prozent Wachstum).

Haupthandelspartner Irlands sind die USA. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der irischen Gesamtausfuhren in die USA bei 20 Prozent.

 

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