Österreich mildert EU-Verordnung zu Datenschutz ab

DSGVO ab 25. Mai / Österreichische Unternehmen gelassen

Der Mittelstand in Österreich nimmt die Umsetzung der neuen EU
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sehr ernst. Robert Bodenstein, Obmann der Bundessparte Information und Consulting der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKO), sagte den Österreichischen Mittelstands Nachrichten, das österreichische Datenschutzrecht (DSG 2000) sei bisher bereits sehr streng. Allerdings gäbe es auch für jene, die die alten Richtlinien eingehalten haben, erheblichen Anpassungsbedarf. Bislang habe die WKO 30.200 Zugriffe auf die beiden DSGVO-Onlineratgeber, rund 1.000.000 Zugriffe auf WKO-Datenschutz-Seiten und 7.554 Teilnehmer bei den DSGVO Webinaren der WKO registriert.

Bodenstein kritisiert die EU-Verordnung: Der Text der DSGVO sei nicht immer sehr deutlich, es gebe viele Graubereiche. Diese Graubereiche stellten ein Risiko dar: Die Sorge vor einer falschen Interpretation verunsichere die Unternehmen. Die österreichische Bundesregierung hat diesem Umstand Rechnung getragen und erst vor wenigen Wochen mit dem Datenschutz-Deregulierungsgesetz das Prinzip „Beraten statt Strafen“ rechtlich verankert. Damit ist in Österreich klargestellt, dass die Datenschutzbehörde zunächst Verwarnungen aussprechen soll, bevor eine Geldbuße verhängt wird.

Eine solche Umsetzung könne man zwar prinzipiell auch aus der DSGVO selbst herauslesen, doch dieser Graubereich sei nun behoben worden, sagte Bodenstein.
In der momentanen Umstellungsphase haben sicher viele Betriebe einen erhöhten Aufwand, so Bodenstein. Viele Unternehmen hätten daher jetzt bereits IT-Dienstleister und Unternehmensberater hinzugezogen, was natürlich Kosten verursache.

Bodenstein kann der Verordnung jedoch auch etwas Positives abgewinnen: „Wir gehen davon aus, dass Österreich einen Vorsprung hat. Einerseits, da wir bisher schon sehr strenge Datenschutzregeln hatten und andererseits, weil unsere IT-Produkte und Dienstleistungen als sehr sicher gelten und neue Standards schaffen können.“

Kommentare

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  1. Sascha Lambert sagt:

    Deutschland sollte sich hier ein Beispiel dran nehmen.