Schweizer mögen große Scheine

Große Banknoten sind in der Schweiz wesentlich stärker verbreitet als im Euroraum.

40 Prozent der Schweizer besaßen in den vergangenen zwei Jahren mindestens einen Schein im Wert von 1000 Franken, gar zwei Drittel einen im Wert von 200 Franken, wie aus Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hervorging. Im Euro-Raum hatten durchschnittlich lediglich 19 Prozent einen 200- oder 500-Euro-Schein.

Die Schweizer verwendeten die beiden großen Noten vor allem für teurere Anschaffungen wie Autos, Elektroartikel und Möbel sowie für das Begleichen von Rechnungen am Postschalter. Ende 2017 summierten sich die verfügbaren 200er- und 1000er-Noten auf insgesamt 62 Milliarden Franken. Das entsprach einem Anteil von 76 Prozent des gesamten Notenumlaufs.

Auf Bargeld entfielen gemäß der erstmals durchgeführten Umfrage 70 Prozent der von privaten Haushalten abgewickelten Zahlungen in der Schweiz. Eine überdurchschnittliche Bargeld-Affinität wiesen insbesondere Personen ab 55 Jahren und Befragte aus Haushalten mit niedrigem Einkommen auf. Personen im Alter von 15 bis 34 Jahren und aus Haushalten mit hohem Einkommen setzten dagegen häufiger auf Kartenzahlungen.

Bei neuartigen Bezahlverfahren wie Bezahl-Apps oder kontaktlosen Kartenzahlungen bewegen sich die Nutzungszahlen auf sehr tiefem Niveau. Die SNB erwartet, dass diese Verfahren über die Zeit nicht Bargeldzahlungen, sondern vielmehr bestehende bargeldlose Zahlungsmittel ablösen könnten.

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  1. Jürg aus Zürich sagt:

    Ich bezweifle ob die Angaben stimmen.
    Zweihunderter Noten sind ein alltägliches Zahlungsmittel und werden an jeder Ladenkasse problemlos angenommen.
    Tausender braucht man normalerweise für grössere Beschaffungen. Ausser an Tankstellen werden sie überall akzeptiert. Damit geht jedoch niemand zum Kiosk.
    Zudem dienen die Noten als Wertaufbewahrung. Zypern und Griechenland waren allen eine Lehre! Da gingen einfach die Bankomaten nicht mehr und die Banken waren tagelang geschlossen. Viele Personen lagern deshalb relativ viel Bargeld zu Hause. Zins bringt es ja auf der Bank keinen.
    Ich persönlich bezahle möglichst alles bar. Dann muss ich auch keine KK-Abrechnungen kontrollieren.