Turbulenzen in Italien: Sorge für deutsche Exporteure

Die politische Unsicherheit in Italien hat Folgen für Euro-Konjunktur. Ein Austritt Italiens ist jedoch unwahrscheinlich.

Der italienische Euro. (Foto: dpa)

Der italienische Euro. (Foto: dpa)

Die politische Unsicherheit in Italien ist auch für den deutschen Mittestand von Bedeutung. Der DIHK schließt Schäden für die deutsche Konjunktur und die Euro-Zone angesichts der politischen Entwicklung in Italien nicht aus. Wenn sich die Lage dort ganz schlecht entwickle, „wäre das ein Desaster“, sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Italien und auch Spanien könnten Hypotheken für die Konjunkturentwicklung werden.

Allerdings ist eher zu erwarten, dass es zu keinem Euro-Crash kommt. Hintergrund der kurzfristigen Entspannung dürfte die Erkenntnis sein, dass Italien seine Schulden nicht wie von der Lega gehofft, durch einen Schuldenschnitt loswerden kann. Folker Hellmeyer von Solvecon schreibt in einer Mitteilung an seine Kunden über den „Aspekt der Wahrscheinlichkeit eines Exit Italiens vor dem Hintergrund der gestellten Forderungen, unter anderem dem Schuldenerlass“: „Zwei Drittel der Schuldtitel liegen bei den italienischen Banken, der Zentralbank und italienischen Versicherern. Damit würde sich bei einer Forderung eines Schuldenerlasses in der Höhe von 250 Milliarden Euro eine Belastung für den Finanzsektor Italiens von circa 165 Milliarden Euro ergeben. Was hätte das für Folgen für die Menschen in Italien ohne den Schutzschirm der EZB?“

Fünf Sterne-Chef Luigi di Maio hatte erst kürzlich in einer Rede in Neapel noch gegen die Banken, die Ratingagenturen und gegen die Deutschen gewettert – ohne seinen Fans jedoch offenzulegen, dass sie die Rechnung eines Euro-Crashs zu bezahlen haben würden. Allerdings scheint sich der Unmut der Italiener insgesamt viel weniger gegen den Euro als vielmehr gegen Korruption, Vettern- und Misswirtschaft der Regierungen der vergangenen Jahre zu richten.

 

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