Strompreis: Erzeuger investieren nicht mehr in die Schweiz

Stromproduktion in der Schweiz ist nicht mehr rentabel / Abhängigkeit vom Ausland wächst

Die Rahmenbedingungen für die Stromproduktion in der Schweiz sind in zunehmenden Maße ungünstig. Darüber hinaus hat sich der Strompreis in den letzten Jahren halbiert. Deshalb geht die Energiewirtschaft mehr und mehr dazu über, im Ausland zu investieren. Gleichzeitig wird ein wachsender Anteil des Strombedarfs im Ausland eingekauft.
Vor allem die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft lohnt sich immer weniger.

Hauptgrund sind die hohen Betriebskosten. In der Schweiz gewonnenen Strom ins Ausland zu exportieren, ist auch kaum möglich. Zum einen, weil dort produzierter Strom einfach günstiger angeboten werden kann. Zudem ist der Franken nach wie vor zu stark. Und schließlich, weil solche Auslandsgeschäfte zu hoch besteuert werden.

Darüber hinaus sind sich viele energiewirtschaftliche Unternehmen nicht sicher, ob die politischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Wasserkraft auch in Zukunft gegeben sein werden. In diesem Zusammenhang wird immer wieder an die Atomkraft erinnert, die im Zuge des Reaktorunglücks von Fukushima zum mittelfristigen Ausstieg aus der Kernenergie führte. Eine ganze Reihe von Marktbeobachtern glaubt, dass Umweltschutz-Argumente dazu beitragen könnten, der Wasserkraft als Energiequelle den aktuellen Status abzuerkennen.

Deutschland als Investitionsziel

Die Energiewirtschaft investiert daher in steigendem Maße im Ausland, beispielsweise in Windparks im Norden Deutschlands. Volkswirtschaftlich ist das ein Gewinn: Während die Schweizer Energie-Unternehmen Strom günstig im Ausland einkaufen, investieren sie dort gleichzeitig in neue Projekte und erzielen weitaus höhere Gewinne, als dies in ihrem Heimatland möglich wäre. Für die Schweiz ist dies allerdings auch mit einem Risiko verbunden: Die Abhängigkeit vom Ausland steigt. Sollten die Stromlieferungen einmal reduziert werden oder ganz ausbleiben, wäre die Handlungsfähigkeit der Wirtschaft gefährdet.

 

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