Trotz Turbulenzen: Italien bleibt wichtiger Absatzmarkt für den Mittelstand

Italien liegt auf Rang sechs aller Abnehmerländer / Italiens Wirtschaft hat auch Stärken

Italien hat nach starken politischen Turbulenzen eine neue funktionsfähige Regierung. Das sind gute Nachrichten für den deutschen Mittelstand – schließlich ist Italien einer seiner wichtigsten Absatzmärkte. Dieser Markt könnte sogar noch wachsen: Eine Reihe von Indikatoren deutet derzeit darauf hin, dass sich die Wirtschaft des Landes positiv entwickelt.

Letztes Jahr exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 65,5 Milliarden Euro nach Italien. Das Land liegt damit auf Rang sechs aller Abnehmerländer – weit vor anderen großen Industrienationen wie Japan oder Kanada. Im Einzelnen entfielen 12,3 Milliarden Euro auf die Auto- und Zulieferer-Industrie, 8,5 Milliarden auf den Maschinen-Bau, 7,7 Milliarden auf die chemische Industrie sowie 4,5 Milliarden auf die Lebensmittel-Industrie. Diese vier Branchen zusammen nehmen damit die Hälfte aller deutschen Exporte nach Italien für sich in Anspruch.

Doch Italiens Wirtschaft hat Probleme. Zwischen 1998 und 2016 betrug der Produktivitätszuwachs gerade einmal 3,5 Prozent (Deutschland: 47 Prozent). 16,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entfällt auf die öffentliche Verwaltung. Die Schuldenlast beträgt 2,26 Billionen Euro – das sind 128 Prozent des für dieses Jahr erwarteten Bruttoinlandsprodukts von 1,76 Milliarden Euro.

Italien geht Probleme an

Italiens Wirtschaft hat allerdings auch Stärken vorzuweisen. Dem Finanzministerium ist es gelungen, während des Zinstiefs die Laufzeiten der Staatsschulden deutlich zu verlängern, womit die Zinskosten auf Jahre hinweg mit drei Prozent recht niedrig liegen werden. Die Arbeitslosigkeit ist mit elf Prozent zwar weiterhin hoch, aber im Sinken begriffen. Darüber hinaus steigt das Steueraufkommen moderat, aber kontinuierlich. Der größte und wichtigste italienische Aktienindex, der FTSE MIB, hatte 2017 mit einer Steigerung von 20,5 Prozent die drittbeste Performance in Europa aufzuweisen (beim Dax betrug die Steigerung sechs Prozent).

Damit dürfte Italien auch in Zukunft ein wichtiger Exportmarkt bleiben. Immerhin ist das Land die mit Abstand drittgrößte Volkswirtschaft der EU und die achtgrößte der Welt.

 

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