Mehr Digitalisierung nicht gleichbedeutend mit mehr Erfolg

Auswirkungen der Digitalisierung spalten den Mittelstand / Unterschiedliche Bedeutung für das Kerngeschäft

Der Mittelstand beurteilt die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung sehr unterschiedlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, welche die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) sowie das Demografie-Netzwerk ddn gemeinsam erstellt haben. Einig sind sie sich dagegen, dass der Fachkräftemangel ein großes Problem darstellt.

Digitalisierung überfordert

Inwiefern sich die Digitalisierung auf ihr Unternehmen auswirkt, wird von mittelständischen Unternehmen je nach Branche unterschiedlich beurteilt. Zwar gibt die überwiegende Mehrheit an, dass der Einsatz von IT im administrativen Bereich eine große Entlastung mit sich bringt, aber die Bedeutung für das Kerngeschäft wird unterschiedlich gesehen. Vor allem Unternehmen aus dem handwerklich-gewerblichen Bereich geben an, dass die Digitalisierung für ihr Geschäftsmodell nur eine untergeordnete Rolle spielt – und zwar aus zwei Gründen: Zum einen seien digitale Lösungen technisch häufig noch nicht ausgereift, zum anderen seien viele Kunden nicht bereit beziehungsweise nicht in der Lage, sich auf diese Lösungen einzulassen. Festzustellen sei auch, dass viele Beschäftigte mit der Digitalisierung überfordert seien. Das geben auch eine ganze Reihe von Unternehmen aus dem nicht-technisch-gewerblichen Bereich an.

Ältere Mitarbeiter wieder beliebter

Allgemein geben die Firmen an, dass der Fachkräftemangel für sie ein großes Problem darstellt. Deshalb gehen sie mehr und mehr dazu über, ältere Bewerber einzustellen. Wobei die Nachfrage nach den U50-Kandidaten noch aus einem anderen Grund zunimmt: Jüngere Bewerber benötigen eine immer längere Anlaufzeit, bis sie die Umgewöhnung von Schule beziehungsweise Universität ins Berufsleben geschafft haben. In diesem Zusammenhang stellen die meisten Unternehmen den allgemeinbildenden Schulen und den Universitäten ein schlechtes Zeugnis aus. Darüber hinaus bemängeln sie, dass die generelle Bedeutung von Arbeit abnimmt und die Loyalität der jüngeren Mitarbeiter gegenüber ihren Arbeitgebern häufig nur schwach ausgeprägt ist.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.