Wegen guter Lage: Zahl der Neugründungen sinkt

Gründe zum Sprung in die Selbständigkeit werden weniger / Gründer haben Probleme, Personal zu finden

Die Zahl der Firmengründungen in Deutschland geht weiter zurück. Machten sich im Jahr 2016 noch 671.000 Menschen selbständig, waren es 2017 nur noch 557.000. Das entspricht einem Rückgang von 17 Prozent.

Weniger „Not-Gründungen“

Marktbeobachter führen den Rückgang vor allem auf die gute Lage am Arbeitsmarkt zurück. Tendenziell scheuen Arbeitnehmer, die in einem sicheren Beschäftigungsverhältnis stehen, den Sprung in die Selbständigkeit. Darüber hinaus rekrutieren sich traditionell viele Gründer aus der Gruppe der Arbeitslosen. Da diese Zahl jedoch kontinuierlich im Sinken begriffen ist, gibt es zunehmend weniger sogenannte „Not-Gründungen“. Die sinkende Arbeitslosigkeit hatte noch einen anderen Effekt: Rund die Hälfte der Gründer hatten Probleme, für ihre Firmen Personal zu finden. Insgesamt schufen die Gründer rund 150.000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs – das sind 0.27 Stellen pro neuem Unternehmen.

64 Prozent der Gründer bieten Dienstleistungen an, 22 Prozent treiben Handel, 14 Prozent sind im produzierenden Gewerbe tätig. 25 Prozent der Gründungen gehören der Digitalwirtschaft an. 15 Prozent der Gründer offerieren eine Marktneuheit, 37 Prozent aller Gründer sind Frauen. Die meisten Gründungen fanden in Berlin und Hamburg statt (207 Gründungen pro 10.000 Einwohner), gefolgt von Niedersachsen (141) und Bayern (139). Die wenigsten Gründungen verzeichneten Sachsen-Anhalt (60) und Thüringen (93).

Private Verbraucher im Blick

Das Angebot von rund 60 Prozent aller Neugründungen wendet sich an den Privatverbraucher, circa 40 Prozent der Neugründungen haben gewerbliche Kunden im Blick. Rückläufig ist der Anteil von sogenannten Makro-Finanzierern: Das sind Gründer, die mehr als 25.000 Euro investieren. Betrug ihr Anteil vor sieben Jahren noch 20 Prozent, ist er in diesem Jahr auf 13 Prozent zurückgegangen – der niedrigste Wert, seitdem Gründungsdaten systematisch erfasst werden.

 

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