Schweiz: Maschinenindustrie verstärkt Weiterbildung der Mitarbeiter

Industrie will künftig verstärkt auf Frauen setzen / 40-Stunden-Woche bleibt bestehen

Die Sozialpartner der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) haben nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen einen neuen Gesamtarbeitsvertrag geschlossen. Dieser muss nur noch durch die beteiligten Verbände ratifiziert werden, damit er am 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten kann.

Einer der wichtigsten Punkte des neuen Vertrags ist die sogenannte „MEM-Passerelle 4.0“, eine Initiative zur Weiterbildung berufstätiger Erwachsener. Die Initiative beinhaltet eine ganze Reihe unterschiedlichster Maßnahmen zur Förderung und Weiterbildung der Mitarbeiter und berücksichtigt in hohem Maße sowohl die Interessen der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber. Den Arbeitnehmern verspricht Passerelle 4.0 neue Perspektiven für den Fall, dass ihr Arbeitsplatz aufgrund des raschen technologischen Wandels gefährdet ist. Den Arbeitgebern verspricht die Initiative die Aufrechterhaltung der Versorgung mit dringend benötigten Fachkräften. Die – traditionell männlich-dominierte MEM-Industrie will in Zukunft verstärkt auf Frauen setzen und daher ihre Rekrutierungsbemühungen in dieser Hinsicht noch weiter verstärken.

Äußerst zufrieden zeigte sich die Arbeitnehmerseite mit den Verhandlungsergebnissen, die sie für weibliche und ältere Mitarbeiter erzielte. Müttern soll in Zukunft der berufliche Wiedereinstieg erleichtert werden. Für Mitarbeiter ab 55 und einer Betriebszugehörigkeit von mindestens zehn Jahren wurde die Kündigungsfrist um einen Monat verlängert und eine erweiterte Fürsorgepflicht seitens der Arbeitgeber beschlossen
Geändert wurde auch die Mindestlohn-Regelung. In Zukunft gilt, dass sie jährlich automatisch der Inflationsrate angeglichen wird. Bei Deflation kommt sie allerdings nicht zum Tragen.

Was die 40-Stunden-Woche angeht: Sie bleibt bestehen, trotz des ausdrücklichen Wunsches der Arbeitgeber, die Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden zu verlängern. Allerdings wird der sogenannte „Krisenartikel“ beibehalten, der es den Arbeitgebern ermöglicht, mit Zustimmung der Arbeitnehmervertretung die Wochenarbeitszeit für einen befristeten Zeitraum zu erhöhen, um Auftragsspitzen abzubauen.

 

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