Schweiz: Inflation auf höchstem Stand seit 2011

Die Inflationsrate hat den höchsten Stand seit über sieben Jahren erreicht.

Im Mai betrug sie 1,0 Prozent. Bei diesem Wert lag sie zuletzt im März 2011. Importe waren im Durchschnitt 2,7 Prozent teurer als vor einem Jahr, bei den inländischen Gütern waren es 0,4 Prozent.

Seit Anfang 2017 herrscht in der Schweiz wieder Inflation. Davor hatte es – mit ein paar Ausnahmen im Jahr 2014 – seit Ende 2011 regelmäßig Deflation gegeben. Diese hatte im Herbst 2015 ihren höchsten Stand erreicht, damals betrug der Preisrückgang drei Monate lang 1,4 Prozent.

Grund für das langanhaltende Sinken des Preisniveaus war der starke Franken. Die Schweizer Währung galt Anlegern in wirtschaftlich und politisch turbulenten Zeiten als eine Art sicherer Hafen. Für die Schweizer Konsumenten war dies zunächst eine positive Entwicklung, weil sie kaufkräftiger wurden. Mittelfristig wirkte sich die Deflation jedoch negativ aus. Die Arbeitslosigkeit stieg – wenn auch nur vergleichsweise gering. Das Wirtschaftswachstum war eher schwach. Der Grund dafür war, dass Unternehmen – obwohl sie günstig an Kredite herankamen – wenig investierten, weil sie davon ausgingen, aufgrund der sinkenden Preise keine Gewinne mehr machen zu können.

Wirtschaftswissenschaftler halten eine Inflation von rund zwei Prozent für wünschenswert.

Wie lange der derzeitige Inflationstrend anhält, wird zu einem großen Teil von der Stärke beziehungsweise Schwäche des Euros abhängen. Diese hängen wiederum von den politischen Entwicklungen in Italien ab. Sollte es dem Bündnis aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega Nord gelingen, eine stabile Regierung zu bilden, dürfte dies den Euro gegenüber dem Franken stärken. Sollte es in der drittgrößten Volkswirtschaft der EU jedoch zum politischen Chaos kommen, dürfte die Flucht aus dem Euro in den Franken wieder einsetzen – mit der Folge, dass die Inflation in der Schweiz wieder zurückgeht.

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