Mittelstand entdeckt das Crowdfunding für sich

Mittelstand nutzt Crowdfinanzierung für Projekte und als Marketing-Instrument / Investoren vor allem junge Männer

Die Schwarmfinanzierung wird in Österreich zunehmend beliebter. Die Zahl der Mittelständler, die sie nutzt, um Projekte zu finanzieren, steigt beständig. Betrug die eingesammelte Gesamtsumme im Jahr 2013 gerade einmal 613.000 Euro, waren es drei Jahre später schon 17,2 Millionen. 2017 waren es 30,6 Millionen. Dieses Jahr sind es – nach lediglich fünf Monaten – bereits 17,7 Millionen.

Anders als viele Start-ups, die Geld benötigen, um ihr Geschäftstätigkeit überhaupt beginnen zu können, nutzen viele etablierte Mittelständler das sogenannte Crowdfunding nicht nur als Mittel zur Finanzierung von Projekten, sondern auch als Marketing-Instrument. Ein Beispiel ist die Trumer Brauerei in Obertrum am See bei Salzburg. Im Zuge der Entwicklung neuer Biersorten bot die 1601 gegründete Brauerei ein „Braufunding“ an. Die Rendite der Geldgeber bestand nicht in Geld, sondern in Bier, Lebensmitteln und Rabatten auf zukünftige Einkäufe.

Interesse an Crowdfunding steigt

Allerdings können Firmen, die ein Projekt mittels Crowdfunding realisieren, heute nicht mehr mit dem Maß an Medienöffentlichkeit rechnen wie noch vor ein paar Jahren. Man würde merken, dass das Thema medial abgearbeitet sei, so ein Marktbeobachter. Das Interesse der Bevölkerung an der Berichterstattung habe abgenommen, das Prinzip dieser Finanzierungsmethode sei weitestgehend bekannt.

Das heißt allerdings nicht, dass die Menschen keine Ambitionen mehr hätten, an derartigen Aktionen teilzunehmen. Im Gegenteil, das Interesse steigt, wie die oben genannten Geldsummen zeigen. Die Investoren sind zu 85 Prozent männlich und gehören zum größten Teil der Gruppe der zwischen 30- bis 50-Jährigen an. Jüngere verfügen in der Regel nicht über die finanziellen Mittel für Investitionen, Ältere bleibt das Konzept des Crowdfundings häufig fremd. Rund drei Viertel der Investments liegen zwischen 100 und 500 Euro. Es gibt allerdings auch Geldgeber, die Summen von mehreren Tausend Euro zur Verfügung stellen – teilweise sogar fünfstellige Beträge.

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