Schweiz: Steigende Krankenkassen-Prämien belasten die Wirtschaft

Der Standard-Tarif der Krankenkassen hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt / Politik plant Maßnahmen

Die Krankenkassen-Prämien sind auch dieses Jahr wieder gestiegen, und zwar um vier Prozent. Damit hat sich der Standard-Tarif seit Einführung der Grundversicherung im Jahr 1996 mehr als verdoppelt. Die Löhne und Gehälter sind im gleichen Zeitraum lediglich um 25 Prozent gestiegen.

In der Bevölkerung regt sich gegen den Griff ins Portemonnaie immer stärkerer Protest. Wie eine Tamedia-Umfrage zeigte, sehen 70 Prozent der Befragten in den steigenden Kosten ein ernsthaftes Problem – und zwar das größte Problem für die Schweizer Bevölkerung überhaupt. Aber nicht nur die Bürger, auch die Wirtschaft, vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, spricht sich vermehrt gegen die steigenden Prämien aus. Schließlich steht das Geld, das die Menschen für ihre Krankenversicherung ausgeben müssen, ihnen nicht mehr für den Konsum zur Verfügung.

Sowohl SP als auch CVP haben sich des Themas angenommen. Die SP verlangt, dass die Prämien in Zukunft keinen Haushalt mehr mit zehn Prozent seines verfügbaren Einkommens belasten. Laut der Tamedia-Umfrage halten 62 Prozent der Schweizer das für eine gute Neuerung, während 35 Prozent die Idee ablehnen.

Wichtiges Wahlkampf-Thema

Die CVP spricht sich dagegen für eine Kostenbremse aus. Diese sieht vor, dass der Bund und die Kantone Kostensenkungen in die Wege leiten müssen, wenn die Kosten im Gesundheitswesen eine bestimmte Grenze überschreiten. Diese Initiative findet den Beifall von 71 Prozent der Bürger. 21 Prozent lehnen sie ab.

Eins steht jetzt schon fest: Die Krankenkassen-Prämien werden eines der wichtigsten Themen des nächsten Nationalrats-Wahlkampfs darstellen.

Die Tamedia-Umfrage wurde am 21. und 22. Juni online durchgeführt. Insgesamt wurden 14851 Personen aus allen Teilen der Schweiz befragt. Der Fehlerbereich liegt bei 1,5 Prozent.

 

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