Griechenland-Pleite schon am Wochenende?

An den Märkten herrscht äußerste Nervosität: Mehrere US-Wirtschaftsmedien berichten von einer bevorstehenden Pleite Griechenlands schon an diesem Wochenende. Deutschland bereitet sich auf einen Bailout seiner Banken für diesen Fall vor. Der IWF versucht verzweifelt, private Gläubiger an der Griechenland-Rettung zu beteiligen.

Am Samstag wird der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou eine Rede an die Nation halten. Am Freitag berichteten zahlreiche renommierte US-Wirtschaftsmedien von einer möglichen Pleite Griechenlands schon an diesem Wochenende. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos dementierte die Gerüchte und sprach davon, dass es sich hierbei um eine konzertierte Aktion von skrupellosen Spekulanten handle. Mit „schlechtem Geschmack“ werde da gegen den Euro und damit gegen die ganze Eurozone spekuliert.

Venizelos scheint zu übersehen, dass sich Europa offenbar schon weitgehend von Griechenland verabschiedet hat. Den Griechen geht das Geld nämlich schneller aus als neue Mittel herbeigeschafft werden können: Die Mittel der letzten Tranche aus dem EU-Rettungsfonds sollten ursprünglich bis Ende September reichen – selbst wenn es die Griechen noch weitere drei Wochen schaffen, zeigen die parlamentarischen Fahrpläne in verschiedenen europäischen Staaten, dass es unwahrscheinlich ist, dass alle EU-Parlamente bis dahin einer nächsten Tranche zugestimmt haben können.

Die Schnelligkeit, mit der die Franzosen dem neuerlichen Bailout zugestimmt haben, ist nach Ansicht von Experten vor allem auf die erhebliche Belastung von Frankreichs Banken durch faule griechische Staatsanleihen zurückzuführen. Frankreichs Banken wären von einer Griechenland-Pleite erheblich betroffen.

Vor diesem Hintergrund waren die Märkte am Freitag auch von einer Bloomberg-Meldung alarmiert: Ein nicht genannter Insider steckte dem Dienst, dass Deutschland bereits an der Rettung der eigenen Banken im Fall des Zusammenbruchs in Griechenland arbeiten. Insgesamt haben die deutschen Banken den vergleichsweise überschaubaren Betrag von etwa 24 Milliarden Dollar in ihren Büchern, die ihnen der griechische Staat und griechische Banken schulden. Diese Summe könnte gegebenenfalls aus dem ESEF bezahlt werden – ein Procedere, welches in den vergangenen Wochen unter der Überschrift „Stärkung des Eigenkapitals der europäischen Banken“ bereits offen als Möglichkeit diskutiert wurde. (mehr zur Verstrickung der europäischen Banken in Griechenland hier)

Dan Greenhaus der Broker-Firma BTIG wird auf MarketWatch mit einer überraschend klaren Aussage zitiert: „Durch den Rücktritt von Jürgen Stark bei der EZB und der Nachricht, dass sich Deutschland auf die Rettung seiner Banken im Falle einer Pleite vorbereitet, ist das Risiko einer unmittelbar bevorstehenden Pleite Griechenlands heute sicherlich höher als noch gestern.“

Beobachter erklären sich auch die überraschend harschen Worte von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble mit der Möglichkeit, dass man Griechenland in Berlin nun bereits abgeschrieben haben könnte.

Unterdessen versucht der internationale Währungsfonds (IWF) verzweifelt, die Banken zu einer freiwilligen Beteiligung an der Griechenland-Rettung zu beteiligen. Diese lief bisher schleppend. Am Freitag sagte IWF-Direktor John Lipsky auf CNN-Money, dass er in der vergangenen Woche einen signifikanten Anstieg der Banken gesehen habe, diesen Beitrag nun doch zu leisten. Im Grunde muss jede Bank abwägen, ob sie im Falle einer freiwilligen Beteiligung nicht wenigstens einen Bruchteil ihrer Investments retten kann – im Falle einer Pleite Griechenlands wäre schließlich das ganze Engagement verloren.

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Kommentare

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  1. Death of the Euro sagt:

    Griechenlang war und ist nicht zu retten, auch nicht durch Konkurverschleppung, Einwenig seriöses Nachrechnen reicht aus um das zu wissen: http://www.querschuesse.de/spanien-und-griechenland-artikel/

    Also besser eine einigermaßen geordnete Insolvenz durchziehen.

    Ebensowenig ist der €€€ zu retten, allenfalls kann man hier die Insolvenz ein paar Jahre länger hinschleppen als bei GR. Das weiss ganz sicher auch Herr Stark, denn ich gehe davon aus das sein Mitarbeiterstab Zinseszins-Rechnung beherrscht.

    Diese Erklärung ist was für wahre Europäer: http.//tiny.cc/Euro

  2. Death of the Euro sagt:

    Griechenlang war und ist nicht zu retten, auch nicht durch Konkurverschleppung, Einwenig seriöses Nachrechnen reicht aus um das zu wissen: http://www.querschuesse.de/spanien-und-griechenland-artikel/

    Also besser eine einigermaßen geordnete Insolvenz durchziehen.

    Ebensowenig ist der €€€ zu retten, allenfalls kann man hier die Insolvenz ein paar Jahre länger hinschleppen als bei GR. Das weiss ganz sicher auch Herr Stark, denn ich gehe davon aus das sein Mitarbeiterstab Zinseszins-Rechnung beherrscht.

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  3. Death of the Euro sagt:

    Griechenlang war und ist nicht zu retten, auch nicht durch Konkurverschleppung, Einwenig seriöses Nachrechnen reicht aus um das zu wissen: http://www.querschuesse.de/spanien-und-griechenland-artikel/

    Also besser eine einigermaßen geordnete Insolvenz durchziehen.

    Ebensowenig ist der €€€ zu retten, allenfalls kann man hier die Insolvenz ein paar Jahre länger hinschleppen als bei GR. Das weiss ganz sicher auch Herr Stark, denn ich gehe davon aus das sein Mitarbeiterstab Zinseszins-Rechnung beherrscht.

    Diese Erklärung ist was für wahre Europäer: http.//tiny.cc/Euro

  4. Death of the Euro sagt:

    Griechenlang war und ist nicht zu retten, auch nicht durch Konkurverschleppung, Einwenig seriöses Nachrechnen reicht aus um das zu wissen: http://www.querschuesse.de/spanien-und-griechenland-artikel/

    Also besser eine einigermaßen geordnete Insolvenz durchziehen.

    Ebensowenig ist der €€€ zu retten, allenfalls kann man hier die Insolvenz ein paar Jahre länger hinschleppen als bei GR. Das weiss ganz sicher auch Herr Stark, denn ich gehe davon aus das sein Mitarbeiterstab Zinseszins-Rechnung beherrscht.

    Diese Erklärung ist was für wahre Europäer: http.//tiny.cc/Euro

  5. bauagent sagt:

    Kaum anzunehmen, dass man GR an diesem Wochenende in die Freiheit entläßt.

    Es geht bei einem unkontrollierten Ende ja nicht nur um 50 Mrd. Anleihen der französischen und vielleicht 28 Mrd. der deutschen Banken.

    Es geht um das Überspringen des Funkens auf alle notleidenden Geschichten, die die Staatsanleihen teilweise noch übertreffen.

    Mal abgesehen von den 125 Mrd., die die EZB an faulen Krediten hat, reden wir noch über schlappe 335 Mrd., die die Deutsche Bundesbank im Target 2 an befreundete Zentralbanken herausgelegt hat und wir reden über 375 Mrd. die eine wenig bekannte Euröpäische Investitionsbank ( EIB ) intransparent versemmelt.

    Dass die Eurozone auseinander fliegt ist ja nicht mehr die Frage. Die Frage ist, ob es
    wirklich unkontrolliert passieren kann.

    Sollte es tatsächlich dazu kommen, dann dürfte erstmals für jeden klar werden, wem die Globalisierung nützt. Denn die Logistik-Ketten werden zerissen und selbst ein erheblicher Anteil an Lebensmitteln wird über Monate nicht verfügbar sein, weil Vorprodukte nicht mehr geliefert werden.

    Das interessiert privat weder Herrn Ackermann noch Frau Merkel; für sie ist immer gesorgt!

  6. bauagent sagt:

    Kaum anzunehmen, dass man GR an diesem Wochenende in die Freiheit entläßt.

    Es geht bei einem unkontrollierten Ende ja nicht nur um 50 Mrd. Anleihen der französischen und vielleicht 28 Mrd. der deutschen Banken.

    Es geht um das Überspringen des Funkens auf alle notleidenden Geschichten, die die Staatsanleihen teilweise noch übertreffen.

    Mal abgesehen von den 125 Mrd., die die EZB an faulen Krediten hat, reden wir noch über schlappe 335 Mrd., die die Deutsche Bundesbank im Target 2 an befreundete Zentralbanken herausgelegt hat und wir reden über 375 Mrd. die eine wenig bekannte Euröpäische Investitionsbank ( EIB ) intransparent versemmelt.

    Dass die Eurozone auseinander fliegt ist ja nicht mehr die Frage. Die Frage ist, ob es
    wirklich unkontrolliert passieren kann.

    Sollte es tatsächlich dazu kommen, dann dürfte erstmals für jeden klar werden, wem die Globalisierung nützt. Denn die Logistik-Ketten werden zerissen und selbst ein erheblicher Anteil an Lebensmitteln wird über Monate nicht verfügbar sein, weil Vorprodukte nicht mehr geliefert werden.

    Das interessiert privat weder Herrn Ackermann noch Frau Merkel; für sie ist immer gesorgt!

  7. bauagent sagt:

    Kaum anzunehmen, dass man GR an diesem Wochenende in die Freiheit entläßt.

    Es geht bei einem unkontrollierten Ende ja nicht nur um 50 Mrd. Anleihen der französischen und vielleicht 28 Mrd. der deutschen Banken.

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    Mal abgesehen von den 125 Mrd., die die EZB an faulen Krediten hat, reden wir noch über schlappe 335 Mrd., die die Deutsche Bundesbank im Target 2 an befreundete Zentralbanken herausgelegt hat und wir reden über 375 Mrd. die eine wenig bekannte Euröpäische Investitionsbank ( EIB ) intransparent versemmelt.

    Dass die Eurozone auseinander fliegt ist ja nicht mehr die Frage. Die Frage ist, ob es
    wirklich unkontrolliert passieren kann.

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    Das interessiert privat weder Herrn Ackermann noch Frau Merkel; für sie ist immer gesorgt!

  8. bauagent sagt:

    Kaum anzunehmen, dass man GR an diesem Wochenende in die Freiheit entläßt.

    Es geht bei einem unkontrollierten Ende ja nicht nur um 50 Mrd. Anleihen der französischen und vielleicht 28 Mrd. der deutschen Banken.

    Es geht um das Überspringen des Funkens auf alle notleidenden Geschichten, die die Staatsanleihen teilweise noch übertreffen.

    Mal abgesehen von den 125 Mrd., die die EZB an faulen Krediten hat, reden wir noch über schlappe 335 Mrd., die die Deutsche Bundesbank im Target 2 an befreundete Zentralbanken herausgelegt hat und wir reden über 375 Mrd. die eine wenig bekannte Euröpäische Investitionsbank ( EIB ) intransparent versemmelt.

    Dass die Eurozone auseinander fliegt ist ja nicht mehr die Frage. Die Frage ist, ob es
    wirklich unkontrolliert passieren kann.

    Sollte es tatsächlich dazu kommen, dann dürfte erstmals für jeden klar werden, wem die Globalisierung nützt. Denn die Logistik-Ketten werden zerissen und selbst ein erheblicher Anteil an Lebensmitteln wird über Monate nicht verfügbar sein, weil Vorprodukte nicht mehr geliefert werden.

    Das interessiert privat weder Herrn Ackermann noch Frau Merkel; für sie ist immer gesorgt!

  9. Anita Künstle sagt:

    Die Politik belastet das Volk und verschont sich selbst. Politk ist ein Geschäft ohne Gewissen.

  10. Anita Künstle sagt:

    Die Politik belastet das Volk und verschont sich selbst. Politk ist ein Geschäft ohne Gewissen.